Barmer Viertel - Pressespiegel zu Dokumentationszwecken

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Radio FloK Interview von Bürgerfunker "Don Franco" mit Barbara Moritz und Hausbesetzern Mitschnitte der Bürgerfunksendung "VOX POPULI" über RADIO KÖLN 107,1 [ NRhZ (Download-Quelle) - 10.06.2006] /
Das Radio FloK Interview von Bürgerfunker "Don Franco" mit Barbara Moritz und Hausbesetzern vom 3.Juni 2006 wird von der Neuen Rheinischen Zeitung hier zur Verfügung gestellt.

(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Postcard From Germany: Pro-Active Squatting in Cologne [ dw-world.de - Deutsche Welle - 07.06.2006] VON DIANA FONG /

Unlike the left-wing radical movements of a previous generation, if squatters today are politically motivated at all, they focus on protests against urban renewal and gentrification, like one group in Cologne.

"Once upon a time, there was a lively community in the Barmerviertel area of Cologne's Deutz district, best known today for the trade fair's mega-complex… "

 

It might be a bit early for such an obituary, but the demolition crews have already reduced an apartment block, with 121 units on 20,000 square meters (215,278 square feet) of prime property between the fairgrounds and the railroad, into a pile of rubble. Now 260 more flats in pre-war art deco buildings, some formerly under landmark preservation, are slated for destruction by the end of June.

 

The 1,000 former tenants, who were banded together in a cooperative, a form of shared ownership for lower income groups, were bought out by the city in 2003 and relocated. Some resisted being forcibly uprooted, but the last stragglers moved out by January this year. 

 

Evicted squatters left peacefully

 

Since then, transient urban squatters have inhabited the abandoned buildings. "Why should it be forbidden to use an empty building for shelter?" asked Sabine M. Last week, the police stormed the Barmerviertel in the middle of the night and evicted 50 or so squatters, who left peacefully. The block is now barricaded and under police patrol.

 

The militant West German squatter movement of the 1980s, a youthful rebellion against nuclear waste and bourgeois capitalism that often led to violent clashes with police squads, lost steam some time ago as did the similarly anti-capitalist East German squatter movement of the initial post-Berlin Wall era.

 

"Squatters today tend to be young runaways from the lower middle classes, youths in danger of falling into the drug scene, drifters and punks who cannot identify with the system, but they lack the political conviction of a previous generation, who came from the intellectual classes," said Hans-Georg Soeffner, a sociologist at the University of Konstanz.  

 

Politically minded squatters focus on housing issues

 

Those squatters, if they have any political agenda at all, now tend to focus on real estate issues, such as protesting urban renewal schemes that gentrify run-down neighborhoods and drive out the poor.  

 

 

Rainer Kippe, a social worker and former squatter turned renter, has spearheaded the Barmer Initiative, a campaign to stop the city from tearing down the block.

 

"We want to buy back the block from the city, and create a new cooperative that combines normal and very low rents with high-rent retail space for pizzerias, cafes and shops that cater to fair visitors," he said.

 

The city maintains that the Barmerviertel's prime location is needed for commercial purposes, but UNESCO thwarted plans to build high rises that would have blocked a view of the famed Cologne Cathedral, which is on the list of World Heritage sites. Now the city wants to create a logistic transportation center for the fairgrounds.

 

Differences between Cologne and Berlin movements

 

"There is a chronic shortage of cheap housing in Cologne's inner city. The truly needy do not have to resort to squatting, but they need affordable, low-rent apartments," said Hartmut Häusermann, a professor of urban affairs at Berlin's Humboldt University, who highlighted the differences between the squatter movements in Cologne and Berlin.

 

"In Berlin, there has always been strong political backing from the Greens and in part from the Social Democrats, whereas the squatter movement in Cologne has no political context. Without the Greens as partners applying political pressure, the Barmer Initiative has no chance," added Häusermann.

 

 

Rainer Kippe too realizes that he is fighting a losing battle with lukewarm support from a splintered Green party in the city government.

 

"We have plenty of support from fellow citizens and have collected thousands of signatures against the demolition," he said. "We needed to raise this point: Does the expansion of the fairgrounds justify the removal of a viable residential community?"

 

In this new occasional series, "Postcard From Germany," DW-WORLD.DE offers you snapshots of places around the country. Please let us know if there's a town or city you'd like to know more about.

Diana Fong

(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Polizei räumte besetzte Häuser in Köln »Barmer Viertel« soll offenbar bis zum 30. Juni abgerissen werden [ Junge Welt - 06.06.2006]
Von Dirk Riße / Gegen vier Uhr hat die Polizei zugeschlagen: Völlig überraschend ließ die Stadt Köln am Donnerstag die besetzten Häuser des »Barmer Viertels« räumen. Dazu hatte die Polizei nach eigenen Angaben mehrere Hundertschaften aus ganz Nordrhein-Westfalen zusammengezogen. Die geballte Staatsmacht erwies sich freilich als überdimensioniert – der Rausschmiß verlief friedlich. Widerstand von seiten der 44 Besetzer aus der Initiative »Barmer Block« habe es nicht gegeben, heißt es übereinstimmend von beiden Seiten. Die Besetzer werfen der Stadt vor, am Morgen einige Dutzend obdachlose Menschen ohne Ersatzunterkünfte auf der Straße zurückgelassen zu haben. »Damit haben die sich strafbar gemacht«, sagte ein Sprecher des »Barmer Blocks«.
Als Grund für die Räumung nannte die Stadt unhaltbare hygienische Zustände. In Fluren und Wohnungen habe man Fäkalien vorgefunden, nachdem die Stadt »von der Bevölkerung entsprechende Hinweise erhalten« habe, teilte der städtische Sprecher Jürgen Müllenberg mit. Außerdem habe es »akute Gefährdungen« durch ungesichert herumstehende Benzinkanister gegeben. Mauern seien obendrein unsachgemäß eingerissen worden, so daß die Statik der Häuser gelitten habe. Die Initiative hält die Argumente für fadenscheinig: »Das sind nur Vorwände, um uns hier rauszubekommen«, so ein Sprecher. Mehr noch: Die mangelhaften hygienischen Zustände habe die Stadt selbst mitverschuldet, weil sie die Häuser vom Strom- und Wassernetz abgeklemmt habe.
Das Barmer Viertel macht Schlagzeilen, nachdem vor einigen Monaten mehrere Dutzend Menschen die Wohnungen zwischen Kölner Messe und ICE-Bahnhof Köln-Deutz besetzten und damit den Abriß der aus dem Jahr 1913 stammenden Gebäude verhinderten. Mit ihrer Aktion protestierte die Initiative gegen die Vernichtung von billigem Wohnraum in der Kölner City. Der Eigentümer, die Genossenschaft Erbbauverein, hatte das lukrative Areal für 65 Millionen Euro an die Stadt verkauft und im Gegenzug mehr als 500 Wohnungen errichtet, in die die Mieter des Barmer Viertels bis Februar dieses Jahres umgesiedelt wurden. Seitdem standen die Häuser leer. Die Stadt wollte das Gelände zum 30. Juni übernehmen – allerdings ohne Häuser, die der Erbbauverein bis zu diesem Zeitpunkt abreißen sollte.
Was nun mit dem Areal geschieht, ist aber auch nach der Räumung unklar. Mehrere Pläne scheiterten bislang: Die Erweiterung des Deutzer ICE-Terminals wurde aus Geldmangel aufgegeben, gegen die Hochhäuser, die die Stadt gerne am rechten Kölner Rheinufer gebaut hätte, erhob die UNESCO Einspruch – und drohte, den Dom von der Liste des Weltkulturerbes zu streichen. Grund: Die Bauten hätten den Blick auf die Kirche versperrt. Kritiker befürchten nun, daß an der Messe der teuerste Parkplatz der BRD entsteht.
Indessen hofft die Initiative noch, das Viertel vor dem Abriß retten zu können und setzt auf Gespräche mit Politikern. Die Chancen sind wohl minimal, denn selbst Grüne und SPD signalisierten bereits Ablehnung. Nur die Kölner Linke kann sich eine längerfristige Zwischenlösung etwa mit studentischem Wohnen im Barmer Viertel vorstellen, wie Ratsherr Jörg Detjen erläuterte. Der Erbbauverein ließ sofort Bagger anrollen.
Kuriosum am Rande: Zwischen den besetzten Häusern befindet sich noch die Gaststätte »Zur Post«, deren Besitzerin sich ebenfalls weigert, den Standort zu verlassen. Die Stadt habe ihr mit Klage gedroht, wenn sie die Kneipe nicht aufgebe, erläuterte Rosemarie Rüdiger. Die Wirtin will aber hart bleiben: »Ich habe einen Mietvertrag bis Anfang 2008 und den werde ich einhalten.«

(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
„Ein Standort muss sexy sein“ Podiumsdiskussion über Rahmenkonzepte zur Bebauung in Deutz [ Kölnische Rundschau - Stadtteile - 03.06.2006] VON JÖRG FLEISCHER / DEUTZ. Es hatte schon etwas Bizarres. Während unten auf der Straße noch eine Hand voll Menschen für den Erhalt der Barmer-Siedlung demonstrierte, wurde fünf Stockwerke höher, in einem Raum der halb fertigen Constantin-Höfe, bereits über die Zeit danach diskutiert. „Die Zukunft des Rechtsrheinischen", unter diesem Titel hatte das KAP-Fo-rum zu einer Podiumsdiskussion an ungewöhnlicher Stelle eingeladen. Doch das zugige Ambiente, hoch oben auf der Baustelle, pässte hervorragend zum Thema. Die luftige Höhe symbolisierte Weitblick und Visionen, der unfertige Bürobau stand für einen permanenten Wandel.
Das sind auch die Attribute, die die weitere Entwicklung des Rechtsrheinischen bestimmen. Wobei, wenn man den Verlauf der Diskussion betrachtet, das Rechtsrheinische von Deutz geprägt wird. Intensiv besprochen wurde nämlich die weitere Entwicklung des Gebietes zwischen Bahnhof, Messe und Rheinhallen, mithin die Bebauung des Geländes, auf dem zurzeit die Barmer-Siedlung abgerissen wird. „Das Rechtsrheinische beginnt in Deutz. Von dort geht dann eine große Wirkung auf die übrigen Stadtteile aus", sagte Stadtentwicklungsdezernent Bernd Streitberger.
Große Pläne gab es für diesen Bereich, ICE-Terminal, ein ganzer Kranz von Hochhäusern - geblieben ist davon nicht viel. Der Rückzug der Bahn und der Einspruch der Unesco ließen die Pläne wie Seifenblasen platzen. In einem Work-shop Mitte Mai wurden drei
Ganz anders wird Deutz aussehen, wenn eines der Konzepte umgesetzt wird. Die Bahn und viele Kräne prägen zurzeit das Bild. (Foto: Fleischer)
Rahmenkonzepte vorgestellt, die die Eckpfeiler für die zukünftige Entwicklung darstellen sollen. „Alle Arbeiten stehen mit beiden Beinen fest auf dem Boden", betonte Streitberger. Und: Trotz einiger Hochbauten, die Akzente setzen sollen, bleibt es bei einer Maxi malhöhe von 60 Metern, um nicht erneut in die Schusslinie der Unesco-Inspektoren zu gelangen. Qualität war das entscheidende Kriterium. „Das ist von marktwirtschaftlichem Interesse", betonte Architekt Walter von Lom. Denn wenn weniger Fläche zur Vermarktung gebaut werden kann, muss das Geld auf anderen Wegen hereinkommen. „Der Dom und der Rhein sind in allen Entwürfen sehr gut herausgearbeitet worden. "Das sind die Imageträger der Stadt, sie geben dem Standort seine Identität. Und das hat mehr Qualität als eine beliebige Funktionalität, die austauschbar ist", stellte Professor Kunibert Wachten von der RWTH Aachen fest.
Ob zu dieser Identität auch ein Kongresszentrum oder ein Musicaltheater gehören könnten, blieb zunächst offen. „Das sind politische Entscheidungen. Wichtig ist, dass die Konzepte die Flexibilität bieten, um auch später noch auf Entwicklungen reagieren zu können. Mit einem starren Konzept hätten wir verloren", so Streitberger.
Denn die Deutzer Zukunft wächst in einem langen Zeitraum heran. „Wir reden von zehn bis 15 Jahren. Es wäre ein Fehler, auf eine schnelle Vermarktung zu setzen. Nur mit Geduld kann die Qualität erreicht werden", sagte Immobilienexperte Theodor Josef Greif von „Greif & Contzen". Robert Bambach, Niederlassungsleiter von „Hochtief Projektentwicklung", drückte es plastischer aus: „Ein Standort muss sexy sein!"
Am 13. Juni entscheidet der Stadtentwicklungsausschuss darüber, welches der drei Rahmenkonzepte am besten für den nötigen Sexappeal sorgt.

(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Sturm auf das OB-Büro [ Kölnische Rundschau - 03.06.2006] /
Große Aufregung gestern Mittag im Historischen Rathaus: Etwa acht Personen, die vorgestern von der Polizei aus dem besetzten Barmer-Viertel herausgeholt worden waren, wollten das Büro von Oberbürgermeister Fritz Schramma stürmen. „Die Männer haben den Pförtner zur Seite geschubst und sind dann sofort die Treppen zum Büro des Oberbürgermeisters hoch gelaufen“, sagte Polizeisprecher Bernd Kalkum. Der Pförtner (64) wurde bei der Attacke leicht verletzt.

„Gestern habt ihr uns rausgeschmissen, heute schmeißen wir euch raus“, schrien die Männer und Frauen. Die Sekretärinnen von Fritz Schramma schafften es, die Tür zuzuhalten, und konnten so eine Stürmung und Besetzung des Zimmers verhindern, so die Polizei. Danach hätten die Damen sofort den OB angerufen, der daraufhin den Polizeipräsidenten alarmierte. Dann eilte ein Streifenwagen zum Rathaus; aber die Besetzer waren weg. Die Stadt stellte Strafantrag gegen Unbekannt. (ta)

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POL-K: 060602-6-K Hausbesetzer stürmten Rathaus [ Polizei Köln - Pressemeldungen - 02.06.2006] / Köln (ots) - Am heutigen Nachmittag (02.06.2006) versuchte eine Gruppe von 6 - 8 Personen das Büro des Oberbürgermeisters der Stadt Köln im "Historischen Rathaus" zu besetzten.

Gegen 13.00 Uhr drang die Gruppe, die offensichtlich der Hausbesetzerszene angehörte, in das Rathaus ein. Das historische Gebäude war zu diesem Zeitpunkt bereits geschlossen.
Der 64-jährige Pförtner, der sich den Besetzern in den Weg gestellt hatte, wurde von ihnen zur Seite gestoßen. Anschließend versuchten die Männer und Frauen in die Büroräume und das Arbeitszimmer des Oberbürgermeisters im ersten Obergeschoss einzudringen.
Mehrere Bedienstete sowie ein weiterer Mitarbeiter des Wachdienstes verhinderten schließlich das Eindringen der Personen in die Räumlichkeiten. Zuvor hatten die Angestellten bereits die tumultartigen Geräusche aus dem Foyer mitbekommen und sich gegen die Eingangstür zum Bürotrakt des Oberbürgermeisters gestemmt.
Als die Gruppe feststellte, dass der Zugang massiv verhindert wurde, entfernten sich die Personen unverrichteter Dinge aus dem Gebäude und flüchtete in unbekannte Richtung.

Durch den Oberbürgermeister wurde im Namen der Stadt Köln zwischenzeitlich Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Nötigung und Hausfriedensbruch erstattet. Der 64-jährige Wachmann wurde leicht verletzt. Er erstattete Anzeige wegen Körperverletzung. Die zuständige Polizeidienststelle hat die Ermittlungen bereits aufgenommen. (ka)

ots Originaltext: Polizei Köln
Digitale Pressemappe:
http://www.polizeipresse.de/p_story.htx?firmaid=12415

Rückfragen bitte an:

Polizei Köln
Pressestelle

Telefon: 0221-229 5555
http://www.polizei.nrw.de/koeln/frame.html

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Besetzer aus Wohnungen herausgeholt [ Kölnische Rundschau - 02.06.2006] VON DANIEL TAAB / Nur sechs Hunde blieben zurück. Die Vierbeiner wurden als Letzte aus dem Innenhof von Tierrettern der Feuerwehr geführt. Fein säuberlich hatten Polizisten die Hunde an Wäschestangen und einem Klettergerüst angebunden. Die 44 Besetzer des Barmer Viertels saßen zu dieser Zeit schon auf der Wache und warteten auf ihre Vernehmung. 400 Polizisten waren bei der Aktion gestern Morgen im Einsatz.

Um 4 Uhr sperrte die Polizei alle Zufahrten zum Viertel ab. Zeitweise konnte kein Auto die Deutz-Mülheimer Straße passieren; auch die KVB wurden ausgebremst. Die Straßen waren so penibel abgesperrt worden, damit kein Besetzer flüchten konnte.

Was die Polizisten beim Gang durch die rund 260 besetzten Wohnung sahen, verschlug ihnen die Sprache. „Viele Räumen waren verwüstet. In einigen Wohnungen haben die Besetzer auf den Boden uriniert“, sagte Volker Lange, stellvertretender Leiter der Bereitschaftspolizei. Die Stadt sprach von „hygienisch katastrophalen und sicherheitsgefährdenden Zuständen“. In den Räumen wurden gefüllte Benzinkanister entdeckt; außerdem stellte die Bauaufsicht Manipulationen an den elektrischen Anlagen fest, die bereits zu Kabelbränden geführt hatten. Die Polizei sprach von angestiegenen Straftatzahlen in dem Viertel und „gravierenden baulichen Veränderungen“. So seien beispielsweise Dächer teilweise abgedeckt oder mehrere Wände zu anderen Gebäuden durchbrochen worden. Bei der Durchsuchung hatten sich viele Polizisten einen Mundschutz aufgesetzt, denn die Polizisten mussten auch die völlig verdreckten Toiletten nach Besetzern absuchen. In einem WC lag ein totes Huhn.

Einen richterlichen Beschluss für die Aktion gab es nicht, teilte die Initiative Barmer Viertel mit. „Den brauchten wir auch nicht“, sagte ein Polizeisprecher. Die Stadt hatte die Polizei im Rahmen eines so genannten Amtshilfeersuchens gebeten, den Zugang zu den Häusern zu gewährleisten. Denn dies wurde Vertretern des Bauamtes, der Feuerwehr und dem Gesundheitsamt nur teilweise erlaubt, teilte die Polizei mit. Weil gegen die Besetzer ein Strafverfahren wegen Hausfriedensbruch eingeleitet war, mussten die Männer und Frauen mit auf die Wache kommen. Polizeipräsident Klaus Steffenhagen zeigte sich am Nachmittag zufrieden: „Wir wollten das Problem noch vor der Weltmeisterschaft lösen.“

Die Grünen kritisierten die Aktion als „unnötige Machtdemonstration“ der Kölner Verwaltungsspitze. Bisher gebe es keine Entscheidung, was nach dem Abbruch dort entstehen soll. Jörg Detjen („Die Linke“) kritisierte die gestrige Aktion im Morgengrauen als „rechtlich fragwürdig“.
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Polizisten applaudieren Protestierern Fotos beweisen, dass Zivilpolizisten bei der Störung einer Senatssitzung aktiv beteiligt waren. Kölner Polizeipräsident verspricht Aufklärung, das NRW-Innenministerium spielt den Vorfall um die beamteten Provokateure herunter [ taz NRW - 06.06.2006]
VON S. HEISER/ P. BEUCKER / KÖLN taz Die Kölner Polizei will jetzt das umstrittene Auftreten von Zivilpolizisten bei einer Sitzung des Senats der Fachhochschule Köln untersuchen lassen. "Das muss aufgeklärt werden", sagte Polizeipräsident Klaus Steffenhagen der taz. Wenn sich die Vorwürfe gegen die Beamten bestätigen sollten, werde das "ernste Konsequenzen haben", kündigte Steffenhagen an.

In der Schusslinie stehen zwei Polizisten, denen Studierende vorwerfen, sich als agents provocateurs an ihren Protesten gegen die Einführung von Studiengebühren aktiv beteiligt zu haben. Die beiden Zivilbeamten sollen sich am Montag vergangener Woche zunächst unerkannt unter jene zwanzig Studierende gemischt haben, die als Beobachter zu der entscheidenden Senatssitzung der FH zugelassen worden waren. Dort hätten sie sich an Störungen beteiligt, die letztendlich zum Ausschluss der Studierenden von der Sitzung führten.

"Die haben alles mitgemacht, was wir auch gemacht haben", berichtet ein Student. Einer der beiden habe sogar gerufen: "Wir gehen nicht freiwillig, wir lassen uns hier nur heraustragen." Der FH-AStA hat deswegen Beschwerde eingereicht. Zum Beleg haben die Studierenden Fotos von der Sitzung vorgelegt, auf denen die Zivis - unter anderem bei einer störenden Klatsch-Aktion - zu erkennen sind.

Mehr als kurios: Während der anschließenden Besetzung des Rektoratsbüros im Hauptgebäude der FH in der Kölner Südstadt hatten sich mehrere Zivilpolizisten gegenüber einer kleinen Gruppe von Studierenden zu erkennen gegeben. In einem Gespräch, dem auch ein Mitarbeiter der taz beiwohnte, plauderten die Beamten locker über ihren Auftrag. Dieser laute, "Stimmung zu machen", um zu sehen, wie gewaltbereit die Studierenden seien. Dazu würden sie auch Rangeleien mit Kollegen begehen - mit der Absicht, dass Protestierende mitmachten und es so einen Anlass gäbe, gegen diese vorzugehen. Würde es sich wirklich so verhalten, wäre dies ein klarer Rechtsbruch.

Das NRW-Innenministerium spielt die Vorfälle indes herunter. Die Polizei betreibe "natürlich bei allen Veranstaltungen, die eine polizeiliche Begleitung erfordern, Aufklärung in den verschiedensten Variationen. Über die Art und Weise der Durchführung entscheidet der jeweilige Polizeiführer vor Ort", teilte ein Sprecher auf Anfrage der taz schriftlich mit.

Demgegenüber betonte Polizeipräsident Steffenhagen, dass er die Vorwürfe "sehr ernst" nehme. Ein solches Verhalten von Beamten wäre "absolut inakzeptabel": "Das werden wir aufarbeiten müssen." Eine entsprechende Weisung sei bereits ergangen. Gleichzeitig versicherte er, ein solches mutmaßliches Fehlverhalten basiere keinesfalls auf einer Strategie der Kölner Polizeibehörde. Sie setze bei Demonstrationen und sonstigen Protestaktionen im Gegenteil grundsätzlich strikt auf Deeskalation. Entsprechend hielte er es für "völlig unerträglich", wenn tatsächlich Zivilpolizisten versucht hätten, Studierende anzustacheln und zu rechtswidrigen Handlungen zu verleiten, so Steffenhagen

(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Hausbesetzer stürmen Kölner Rathaus [ KStA - 02.06.2006] /
Köln - Eine Gruppe mutmaßlicher Hausbesetzer hat am Freitagnachmittag das Kölner Rathaus gestürmt und versucht, in das Büro des Oberbürgermeisters gelangen. Ein 64 Jahre alter Pförtner, der sich ihnen in den Weg stellte, sei zur Seite gestoßen und leicht verletzt worden, teilte die Polizei mit. Mehrere Bedienstete und ein Mitarbeiter des Wachdienstes versperrten die Eingangstür zum Bürotrakt im ersten Stock und konnten so ein Eindringen verhindern. Die Gruppe, die aus etwa sechs bis acht Personen bestand, verließ daraufhin das Gebäude und flüchtete in unbekannte Richtung.

Nach Polizeiangaben war das historische Rathaus zum Zeitpunkt des Zwischenfalls für die Öffentlichkeit schon geschlossen und deswegen weitgehend leer. Der verletzte Pförtner stellte Anzeige wegen Körperverletzung. Die Polizei nahm die Ermittlungen auf. (ddp)
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Räumung zugunsten von Messe und Investoren [ NRhZ- Online - 02.06.2006] /
Köln (NRhZ/IBV, 2.6.) Ganz unverblümt ließ die Kölner Hofpresse von OB Schramma und seinem Kämmerer Soenius heute am Tag nach der Räumung des Barmer Blocks durch einige Hundertschaften der Polizei die Katze aus dem Sack: „Wir wollten das Problem noch vor der Weltmeisterschaft lösen“, sagte der Polizeipräsident der Rundschau. Und: „Auf dem lukrativen Gelände… werde ein modernes Wirtschaftszentrum entstehen, das Interesse potenzieller Investoren sei groß“, wusste deren Sprachrohr Stadt-Anzeiger. „Um sich der gerichtlichen Überprüfung der Räumung zu entziehen, wurde das Ordnungsamt vorgeschickt“, protestierte die Initiative Barmer Viertel, die für heute, Freitag, einen Termin beim Liegenschaftsamt hatte, um über die Häuser zu verhandeln. Sie nennt die Räumung „schlicht illegal“ und die dadurch geschaffene Obdachlosigkeit „eine Ordnungswidrigkeit“. Ein Flugblatt der Initiative: „Stoppt Rot-Grün den Abriss für die Messe nicht sofort, werden SPD und Grüne mit den Kopf hinhalten müssen. Die Errichtung einer Logistikzone für die Messe auf städtische Kosten ist nach unserer Ansicht rechtswidrig, und wird nicht ohne die entsprechenden Kosequenzen bleiben.“ Und weiter: „Wir haben seinerzeit direkt beim Bau der überdimensionierten Müllverbrennung Strafanzeige gestellt. Es hat Jahre gedauert, bis wenigstens ein Teil der Schuldigen vor Gericht gestellt wurde. Wir werden auch bei der Messe Geduld zeigen.“

(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Die Linke: "Trick von Kämmerer Soenius“ [ NRhZ- Online - 01.06.2006] /
Köln (NRhZ, 1.6.) Laut Jörg Detjen, Fraktionsvorsitzender von Die Linke.Köln handelt es sich bei der Räumung des Barmer Viertels „formal um eine Begehung des Gesundheits- und Ordnungsamtes“. Stadtkämmerer Soenius zieht nach Detjens Auffassung „im Hintergrund die Fäden. Er will den Barmer Block abreißen lassen. Doch dazu braucht er einen Vorwand.“ Hygienische Probleme im Wohnblock seien „seit langem bekannt, weil den Hausbesetzern ein Wasser- und Stromanschluss verwehrt wurde. Deshalb hatte die Fraktion Die Linke.Köln den Besetzern auch eine Dixi-Toilette gespendet.“ Die Stadtverwaltung greife“ zu Tricks, um vor der Weltmeisterschaft Fakten zu schaffen. Wenn so mit Minderheiten umgegangen wird, ist die Welt demnächst nicht zu Gast bei Freunden.“

(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Grüne: „Machtdemonstration der Kölner Verwaltungsspitze“ [ NRhZ- Online - 01.06.2006] /
Köln (NRhZ, 1.6.) „Die Räumung des Barmer Blocks war eine völlig unnötige Machtdemonstration der Kölner Verwaltungsspitze. Bis heute gibt es keine Entscheidung darüber, was nach dem Abbruch der 260 Wohnungen hier neues entstehen soll“, erklärt der Sprecher der Kölner Grünen, Jörg Penner. Schon einmal habe sich die Stadt „bundesweit damit lächerlich gemacht, dass sie am Neumarkt ein großes Loch für das neue Museum ausheben ließ und den Neubau dann nicht finanzieren konnte“. Mit wenig Aufwand könnte die Stadt die 260 noch gut erhaltenen Wohnungen wieder herrichten, und diese Kosten ließen sich in wenigen Jahren auch mit niedrigen Mieten refinanzieren.

(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Köln: Aktionen im Rathaus Nach Angaben der Lokalpresse (KStA, Express, WDR) versuchten heute eine Gruppe von sechs bis acht Menschen, die die Presse dem Barmer Block zuordnet ins Büro von Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma zu gelangen. [ Linke Zeitung - 03.06.2006]

von da rude writer / Freitag, gegen 13:00 Uhr hat nach Angaben der Lokalpresse (KStA, Express, WDR) eine Gruppe von 6-8 "der Hausbesetzerszene angehörigen" (Polizei-Pressemitteilung) Frauen und Männer versucht ins Büro des Kölner Oberbürgermeisters Fritz Schramma einzudringen. Das historische Rathaus, in dem sich Schrammas Büro befindet, war angeblich bereits für die Öffentlichkeit geschlossen, dort finden unter anderem Reihenweise Trauungen statt. Dabei stießen sie mindestens einen Wachmann zur Seite. Ob Schrammas Sekretärinnen, weiteres Wachpersonal, oder wer auch immer die Tür im ersten Stock zuhielt, darüber gibt es wiedersprüchliche Angaben.

Weiterhin fehlen Angaben, warum die Gruppe der "Hausbesetzerszene" oder den Barmer-Block-Besetzern zuzuordnen ist. Genau weiß es natürlich die kölsche Bildzeitung "Express", in ihrer Online-Ausgabe zitiert der Autor Philipp J. Meckert die "Chaoten" mit "Gestern habt ihr uns rausgeschmissen, jetzt schmeißen wir euch raus!?, mutige Sekretärinnen verteidigten die Heiligtümer des Kölner Regenten.

Bereits gestern berichtete die Lokalpresse sehr negativ über die Zustände des frisch geräumten Barmer-Blocks, einem Viertel mit 260 intakten Wohnungen, die so kostbar zwischen Messe und ICE-Terminal liegen, dass die Mieter umsiedeln mussten und Platz machen für Abrissbirne und Spekulationen. ?Auf dem lukrativen Gelände? werde ein modernes Wirtschaftszentrum entstehen, das Interesse potenzieller Investoren sei groß?, wusste deren Sprachrohr Stadt-Anzeiger.(nrhz)

Die Gruppe entkam unerkannt. Ein 64 jähriger Wachmann, der bei der Aktion "leicht verletzt" wurde hat Strafanzeige wegen Körperverletzung, Fritz Schramma wegen Nötigung und Hausfriedensbruchs bei der Kölner Polizei gestellt. Bislang bekannte sich niemand zu der Aktion.

Keep it real!

von da rude writer - 03.06.2006 00:41
(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Köln: Wie aus Opfern Täter gemacht werden Da stehen sie. Für rund 5 Euro Stundenlohn stehen die Wachleute der Sicherheitsfirma Kötter vor den Eingängen des Barmer Blockes. Verschanzt hinter einem doppelten und diagonal verstrebten Bauzaun. [ Linke Zeitung - 02.06.2006]

VON HEINZ PETER FISCHER / Darum herum patroulliert die Polizei. Die Angst ist groß, dass die ehemaligen und nun teils obdachlosen Besetzer des Barmer Blockes in Köln-Deutz einen Versuch starten könnten erneut in die einst denkmalgeschützten Gebäude einzuziehen. Jetzt müssen Menschen für einen Hungerlohn Tag und Nacht dafür sorgen, dass noch ärmere, nicht in ihre Unterkünfte kommen.

Nirgends sonst wird einem so deutlich vor Augen geführt, wie gewissenlos und planvoll die Herrschenden die Spaltung der Arbeiterklasse voran treibt. Die ehemaligen Hausbesetzer und ihre Sympathisanten hegen keinen Groll gegen die Wachleute, nein sie bedauern sie. Dem einen oder der anderen Security sieht man an, dass sie lieber auf der anderen Seite mit marschieren würde, statt hier als Söldner der Stadt und des Erbbauvereins zu stehen.

Es ist das übliche Prozedere, ein Teil des Volkes steht auf und die Herrschenden kaufen sich Menschen, die sie an die Front stellen. Auch die Bauarbeiter haben ein seltsames Gefühl, als sie die hochwertigen Fenster aus den Mauern reißen. Wissen sie doch, dass sie hier preiswerten Wohnraum vernichten, ohne zu wissen, was statt dessen hier entstehen soll. Köln bereitet sich auf den nächsten Bauskandal vor und lässt andere dafür bluten.

Die ehemaligen Besetzer des Barmer Blockes werden dafür bestraft, dass sie es wagten auf diesen Skandal aufmerksam zu machen. Es wird ihnen seitens der Stadt vorgeworfen, dass die hygienischen und feuerpolizeilichen Zustände im Gebäude katastrophal wären. Verschwiegen wird, dass die Stadt durch das Absperren von Wasser, Gas und Strom diese Zustände erst herbei führte. Von polizeilicher Seite wird der Vorwurf der gestiegenen Kriminalität im Viertel erhoben, ohne zu berichten, dass es vor allem Neonazigruppen waren, die unter dem Schutz eines privaten Wachdienstes, gewalttätige Überfälle auf die Besetzer begingen, die zu ihrem Schutz die Polizei holten. Wie üblich in unserer Gesellschaft werden mal wieder aus Opfern Täter gemacht.

von Heinz Peter Fischer
Letzte Aktualisierung ( 02.06.2006 )

(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Zur Räumung des Barmer Blocks heute morgen [ Presseerklärung - Grüne Köln - 01.06.2006] /
erklärt der Sprecher der Kölner Grünen, Jörg Penner:

Die Räumung des Barmer Blocks war eine völlig unnötige Machtdemonstration der Kölner Verwaltungsspitze. Bis heute gibt es keine Entscheidung darüber, was nach dem Abbruch der 260 Wohnungen hier neues entstehen soll. Ein ernst zu nehmender Investor für eine Neubebauung ist nicht in Sicht. Daher wird es noch Jahre dauern, bis einer der Workshop-Entwürfe realisiert werden kann.

Schon einmal hat sich die Stadt bundesweit damit lächerlich gemacht, dass sie am Neumarkt ein großes Loch für das neue Museum ausheben ließ und den Neubau dann nicht finanzieren konnte.

Aber aus Fehlern kann man auch lernen. Solange bis Neubauten konkret geplant und finanziert sind, könnte der Barmer Block stehen bleiben und zwischengenutzt werden - etwa für Studentenwohnungen. Mit wenig Aufwand könnte die Stadt die 260 noch gut erhaltenen Wohnungen wieder herrichten, und diese Kosten ließen sich in wenigen Jahren auch mit niedrigen Mieten refinanzieren.

Gerade jetzt, wo die Häuser an der Leichlinger Straße abgerissen sind und der Messe-Südeingang weitgehend im Rohbau steht, zeigt sich, dass der Barmer Block dem Messezugang nicht im Weg steht. Die Workshop-Entwürfe kann man auch in Schritten realisieren. Und die Erhaltung der Wohnungen für eine Übergangszeit ist auch städtebaulich allemal besser als gähnende Leere auf Jahre nach dem jetzt drohenden Abbruch.

Für Nachfragen: Jörg Penner Tel. 0172 7595837

-- Bündnis 90 / Die Grünen Köln, Ebertplatz 23, 50668 Köln, Germany, Telefon 0221 / 972 78 88, Skype: diana-siebert-buero geöffnet: Mo 14-19, Di 10-17, Mi 10-17, Do 10-17, Fr 10-14
(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Abriss des Barmer Blocks hat begonnen [ Kölnische Rundschau - 01.06.2006]
VON CHRISTIAN DEPPE / Noch vor Ende der Sommerferien soll der Barmer Block nur noch eine Schutthalde sein. Nachdem die umkämpfte Immobilie geräumt worden war, begannen rund 60 Mitarbeiter eines Abbruchunternehmens damit, sie zu entkernen. Während im Inneren der Häuser bereits der Abriss begann, wurde um den Block ein Zaun errichtet, 30 Wachleute werden den Häuserblock nun Tag und Nacht überwachen. Über die weitere Zukunft des Areals wird der Stadtentwicklungsausschuss entscheiden. Drei städtebauliche Entwürfe stehen zur Wahl.

CDU und FDP haben sich bereits für den Vorschlag des Büros Jaspert, Steffens, Watrin und Drehsen (JSWD) ausgesprochen, der eine erhöhte Plattform als repräsentatives Entree für die Messe vorsieht. Bei der SPD ist die Entscheidung noch offen. Die Grünen wollen zunächst Aufschluss über die von der Stadt zu erbringenden Vorleistungen, bevor sie sich festlegen. Nach den Worten der Fraktionschefin Barbara Moritz zeichnet sich aber eine Tendenz für den Entwurf von Astoc ab. Bernd Streitberger, Dezernent für Stadtentwicklung, sagte, er werde dem Abstimmungsergebnis des Workshops folgend den JSWD-Entwurf empfehlen.

Auf der Sitzung des Welterbekomitees der Unesco vom 8. bis 16. Juli im litauischen Vilnius, wo über den weiteren Status des Doms entschieden wird, will Streitberger alle drei Rahmenkonzepte vorstellen. Der Internationale Rat für Denkmalschutz Icomos, der die Unesco berät, bewertet das Ergebnis des Workshops als positiv, unabhängig davon, für welchen der Entwürfe sich der Rat entscheidet. „Alle drei Entwürfe sind Konzepte für eine qualifizierte stadträumliche Gestaltung, nehmen Bezug auf das Weltkulturerbe und bilden keinen störenden Kontrapunkt zum Kölner Dom“, sagt Dr. Barbara Precht von Taboritzki, die Icomos gemeinsam mit Dr. Giulio Marano im Workshop vertreten hat.

Bevor das Areal westlich der Deutz-Mülheimer-Straße bebaut wird, fließt noch viel Wasser den Rhein runter. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wird schon in einigen Wochen gebaut. Das Unternehmen Cosinus GbR kündigte an, Anfang bis Mitte Juli mit dem Bau des neuen Lufthansa-Domizils beginnen zu wollen. In dem sechsgeschossigen Gebäude entstehen 22 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, im dazugehörigen Parkhaus 400 Einstellplätze.
(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Pläne zügig umsetzen [ Kölnische Rundschau - Kommentar - 02.06.2006] /
Wie man es auch bezeichnen mag, faktisch wurde der Barmer Block geräumt. Der Einsatz der Polizei war erwartet worden, dass er vor der Gerichtsentscheidung stattfand, überraschte jedoch nicht nur die Besetzer. Wer sich nun beklagt, das sei aber gegen die Spielregel, setzt sich dem Verdacht der Naivität aus. Wie auch immer die Stadt ihre Entscheidung begründen mag, dass sie (auch) taktisch klug war, können nicht einmal die Abrissgegner bestreiten.

Die Initiative Barmer Viertel kritisiert, dass ohne Räumungstitel die rechtliche Grundlage für den Einsatz fehle. Allein angesichts der hygienischen Bedingungen im Block erscheint das Vorgehen der Stadt jedoch vertretbar. Da hilft keine Dixi-Toilette, wie sie Die Linke den Besetzern gespendet hat, wenn ein totes Huhn in der Kloschüssel landet. Und nach einer „Instand-Besetzung“, wie es auf Transparenten hieß, sahen die Häuser auch nicht aus.

Die Grünen haben der Überplanung des Areals zugestimmt. Das darf beim Wehklagen des Kreisverbands-Sprechers nicht vergessen werden. Wichtig ist nun, dass die Pläne zügig umgesetzt werden. (KR)
(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Schrammas Sekretärinnen verjagen Chaoten aus Rathaus Randalierer wollten das Büro des OB stürmen [ BILD - 03.06.2006]
VON JOACHIM BRÜCHER / Köln - 33 Stunden nach der Räumung des Barmer Viertels schlugen sie zurück. Am Freitagmittag stürmten acht Hausbesetzer das Rathaus. Versuchten, das Büro von OB Fritz Schramma zu besetzen. Ein Pförtner wurde überwältigt und verletzt. Doch an den Sekretärinnen kamen sie nicht vorbei.

Freitag, 13 Uhr: Fritz Schramma an einer Bürgerdiskussion teil. Der OB ahnt nicht, daß im Rathaus gerade Randale abgeht. Acht Chaoten (7 Männer, 1 Frau) sind in die Eingangshalle eingedrungen. Als der Pförtner (64) sie abweist, wird er überwältigt, zur Seite gedrückt. Blitzschnell rennen sie die Piazetta-Freitreppe hinauf, wollen das OB-Amtszimmer besetzen.

Doch sie stoßen auf Widerstand. Die OB-Sekretärinnen haben den Tumult gehört. Elke Rath, Sabine Hippauf, Ursula Hemmersbach und Kolleginnen stemmen sich gegen die Tür. Der Pförtner kann einen Besetzer zurückzerren.

Dann gibt der Anführer Befehl zum Rückzug. Alle fliehen. Fritz Schramma: „Das Rechtsbewußtsein dieser Leute ist völlig pervers. Sie besetzen Häuser, haben meine mutigen Mitarbeiterinnen in Angst und Schrecken versetzt." Anzeigen wegen Nötigung, Hausfriedensbruch und Körperverletzung.
(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Hausbesetzer stürmen Rathaus Pförtner verletzt [ EXPRESS - 02.06.2006] /
Köln – Mitglieder der mutmaßlichen Hausbesetzer-Szene haben am Freitagnachmittag das Kölner Rathaus gestürmt. Die Gruppe, die aus sechs bis acht Personen bestand, versuchte offenbar, in das Büro von OB Schramma zu gelangen. Bei dem Versuch, das Rathaus zu stürmen, wurde ein 64 Jahre alter Pförtner, der sich ihnen in den Weg stellte, sei zur Seite gestoßen und leicht verletzt. Er stellte Anzeige wegen Körperverletzung.

Mehrere Bedienstete und ein Mitarbeiter des Wachdienstes versperrten die Eingangstür zum Bürotrakt im ersten Stock und verhinderten so ein Eindringen.

Die Männer flüchteten.
(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Benni ging als letzter Besetzer 800 Polizisten! Räumungskommando im Barmer Block [ EXPRESS - 02.06.2006] VON R. BAUMANNS /
Köln - Die Polizei kam gewaltig, 800 Männer (und Frauen) waren im Einsatz, ab 4 Uhr morgens wurde der Besetzung des Barmer Blockes das Ende gemacht. Gehen wollte niemand - auch Benni, der Hund nicht. Der flüchtete vor dem Polizeikommando in Panik bis unters Dach eines Hauses.

Seit dem 4. März hatten etwa 30 Leute die Häuser um Lenneper Straße, Barmer Straße und Barmer Platz besetzt. "Wir wollen verhindern, dass 341 gut erhaltene Wohnungen dem Erdboden gleichgemacht werden", erklärten sie damals.
Als die Polizei ihre Räumaktion startete, waren 44 Hausbesetzer im Barmer Block. Vier der Personen wurden wegen diverser Delikte per Haftbefehl gesucht, bei einem fand man ein geklautes Handy, bei weiteren fand man Drogen, ein Jugendlicher war als vermisst gemeldet und außerdem, so die Polizei, habe sich die Zahl der Straftaten rund um den Barmer Block im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verdreifacht.
Dass die eingesetzten Polizisten (aus ganz NRW) nicht zimperlich mit den Besetzern umgegangen sind, wird am Schicksal des kleinen Benni klar: Der Hund geriet in Panik und flüchtete. Da die Hausbesetzer auch Wände zu Nachbarhäusern durchbrochen hatten, wussten die Beamten zunächst nicht, in welches der Häuser das Tier gelaufen war. Sie fanden den "Flüchtling" in einem Dachboden: Benni verließ als letzter "Hausbesetzer" den Barmer Block.
Offizieller Grund der Räumung: die "hochgradige Gefährdung" der Besetzer, vor allem aus feuerpolizeilicher Sicht. Die mit den Hausbesetzern sympathisierende Linkspartei ist wütend: "Das ist nur vorgeschoben", sagt Fraktionschef Jörg Detjen.
Das Gelände ist jetzt mit Zäunen abgesperrt und wird bis zum Abriss bewacht. Gestern Abend hatte die Polizei schon zu tun: Hausbesetzer demonstrierten gegen die Räumung.
(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Nachtaktion! 400 Beamte räumten Barmer Viertel +++ Besetzte Wohnungen total verdreckt +++ Diebesgut und Drogen gefunden +++ [ Bild - Köln - 02.06.2006] VON JOACHIM BRÜCHER /
Köln - "Wir wollten das Problem vor der WM geregelt haben, Köln soll ein gutes Bild nach außen abgeben." So kommentierte Polizeipräsident Klaus Steffenhagen die gestrige Räumung des Barmer Viertels.

Um drei Uhr nachts saß die Polizei-Führung im Präsidium. Eine Stunde später umstellten 400 Beamte die Häuser. Widerstandslos ließen sich die 44 Besetzer festnehmen. Fazit: Vier gingen in Gewahrsam, ein als vermißt gemeldeter Jugendlicher wurde dem Jugendamt übergeben. Vier illegale Bewohner wurden per Haftbefehl gesucht. Zudem wurde Rauschgift und ein gestohlenes Handy gefunden. Sechs Hunde kamen ins Tierheim.

In den Wohnungen bot sich ein Bild des Ekels. Überall Müll, Gerümpel, Essensreste. Einige Wohnungen waren mit Fäkalien verdreckt. In einer Toilette steckte ein totes Huhn. Stadtsprecher Ulrich Höver: "Rettungswege waren mit Schrott und Unrat blockiert. Es sind auch mehrere Brände ausgebrochen."

Das Areal ist inzwischen eingezäunt. Ende Juni sollen alle Häuser (300 Wohnungen) abgerissen sein. Dort soll ein Kongreßzentrum mit Hotel, ein Musicaltheater und Büroraum entstehen.

(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Polizei als Putztruppe Die Stadt Köln lässt das besetzte Barmer Viertel räumen. Die Wohnungen sollen bis Monatsende abgerissen werden, obwohl es immer noch keinen Investor für das Gelände neben der Messe gibt [ taz NRW - 02.06.2006] VON DIRK ECKERT / Am Ende leistete nur noch einer Widerstand: Benny, der Besetzerhund. Der kleine Vierbeiner hatte sich auf eine Fensterbank im obersten Stockwerk eines besetzen Hauses geflüchtet. Die Polizei musste zwei Beamte einsetzen, um ihn aus dem Gebäude zu schaffen. Dann war das Barmer Viertel in Köln endgültig geräumt.

Rund drei Monate waren die Häuser neben der Kölner Messe besetzt. Gestern Morgen um 4 Uhr kam dann die Polizei mit mehreren hundert Beamten und umstellte das Viertel. Die Stadt will die Häuser abreißen lassen, um Platz für Bürobauten sowie einen neuen Eingang zur Kölner Messe zu machen. Nach und nach durchkämmte die Polizei die 260 Wohnungen. Rund 35 Menschen wurden dabei festgenommen, nach Angaben der Polizei ohne Gegenwehr. "Wenn nichts gegen sie vorliegt, werden sie wieder entlassen", versicherte Polizeisprecher Jürgen Laggies.

Die Räumung selbst begründete die Polizei damit, dass in dem Viertel vermehrt Straftaten registriert wurden, seit die Häuser besetzt sind. Außerdem hätte die Stadt mit Feuerwehr und Gesundheitsamt die hygienischen und baurechtlichen Zustände überprüfen wollen. "Aber man hat ihnen den Zutritt verwehrt", sagte Polizeisprecher Laggies. Deshalb habe die Polizei eingreifen müssen. "Was dann mit den Gebäuden passiert, muss die Stadt entscheiden."

Am Mittag rückten dann die ersten Bauarbeiter an und begannen, die Fenster herauszubrechen. "Die politische Entscheidung ist gefallen", sagte Stadtsprecher Jürgen Müllenberg der taz. Bis zum 30. Juni müsse der Besitzer, die Genossenschaft Erbbauverein, die Häuser abreißen - wie vertraglich vereinbart. Bis dahin dürften die Häuser nicht mehr betreten werden. Die Bauaufsicht habe Mängel wie zugestellte Rettungswege oder brennbare Stoffe entdeckt. Die Stadt habe dem Erbbauverein daher die Auflage erteilt, die Nutzung der Wohnungen bis zum Abriss zu verhindern. Der Erbbauverein war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

"Unverhältnismäßig" nannte Martin Massip von der Initiative Barmer Viertel die Räumung. Die Initiative, die sich für den Erhalt der historischen Genossenschaftswohnungen einsetzt, kritisierte, dass es immer noch keine Bauplanung und keinen Investor für das Gelände gebe. Tatsächlich hat bisher nur die Initiative Barmer Viertel ein Kaufangebot für das Barmer Viertel unterbreitet: Nach ihren Plänen soll eine Genossenschaft gegründet werden, die das Viertel kauft. So könnten die Wohnungen erhalten werden. Die Stadt lehnt das jedoch ab. Ein für morgen angesetztes Gespräch mit der Initiative wurde kurzfristig abgesagt.

Kritik am Vorgehen der Stadt kam auch von Grünen und Linkspartei. Die Räumung sei "eine völlig unnötige Machtdemonstration der Kölner Verwaltungsspitze", sagte Grünen-Vorstandssprecher Jörg Penner. "Bis Neubauten konkret geplant und finanziert sind, könnte der Barmer Block zwischengenutzt werden - etwa für Studentenwohnungen." Die Linkspartei nannte die Räumung "rechtlich gesehen mehr als fragwürdig. Es gibt keinen Räumungsbescheid", kritisierte Ratsherr Jörg Detjen.

(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Wohnungen voller Fäkalien [ KStA - Online - ERSTELLT 01.06.06, 09:48h, AKTUALISIERT 01.06.06, 18:29h] / Köln - Seit vier Uhr morgens war die Polizei im so genannten Barmer Viertel in Köln-Deutz im Einsatz. Bei der Hausdurchsuchung wurden die 44 angetroffenen Bewohner zur Feststellung der Personalien auf ein Polizeirevier gebracht. Sechs Hunde kamen ins Tierheim.

Eigentlich sollten Vertreter des Bauamtes am Mittwoch eine Begehung der Häuser vornehmen. Jedoch wurde nur Einblick in eine der 260 Wohnungen gewährt. Die Zustände wurden dort insgesamt als äußerst unhygienisch eingestuft, die Wohnungen waren teilweise mit Fäkalien verunreinigt. An Wochenenden hausten hier zeitweise bis zu 100 Personen. Zudem wurden Wände eingerissen und Dächer abgedeckt.

Die Stadt bat die Polizei um Hilfe. Stadt-Sprecher Ulrich Höver sagte: "In den Wohnungen wurden ständig bauliche Veränderungen vorgenommen. Die Rettungswege waren mit Schrott und Unrat blockiert. Es sind auch mehrere Brände ausgebrochen."

Die Polizei Köln rückte mit rund 800 Kollegen aus NRW an und räumten das gesamte Viertel binnen weniger Stunden. Die Räumung fand weitgehend friedlich statt, die Personalien der 44 Personen wurden überprüft. Vier von ihnen wurden festgenommen, da bereits Haftbefehle wegen diverser Delikte gegen sie vorlagen. Unter den Besetzern war auch ein Jugendlicher, der als vermisst gemeldet wurde. Es wurden geringe Mengen an Drogen sowie ein gestohlenes Mobiltelefon gefunden.

Die Stadt will die Häuser im rechtsrheinischen Stadtteil Deutz bis Ende Juni abreißen, um das Areal baureif an künftige Investoren zu übergeben. Auf dem lukrativen Gelände zwischen ICE-Bahnhof und umgebauter Messe werde ein modernes Wirtschaftszentrum entstehen, das Interesse potenzieller Investoren sei groß. (eb, mit dpa)

(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Bauaufsicht untersagt dauerhaften Aufenthalt Stadt hat besetzte Räume im Barmer Viertel überprüft - Erhebliche Mängel festgestellt [ Presseerklärung - Stadt Köln - 01.06.2006] /

Die Stadt Köln hat am heutigen Donnerstag, 1. Juni 2006, eine Besichtigung der Gebäude und der besetzten Wohnungen im Barmer Viertel in Köln-Deutz vorgenommen. Städtische Mitarbeiter haben die Wohnungen hinsichtlich baurechtlicher, feuerpolizeilicher und seuchenhygienischer Bestimmungen untersucht. Beteiligt waren das Bauaufsichtsamt, die Feuerwehr, das Gesundheitsamt, die Ordnungsverwaltung und die Polizei Köln.

Bei der Besichtigung hat die Stadt unhaltbare, hochgradig gefährliche Zustände festgestellt, die es aus baurechtlicher, feuerpolizeilicher und gesundheitlicher Sicht nicht erlauben, dass die Räume weiterhin zum dauerhaften Aufenthalt von Personen genutzt werden dürfen. Insbesondere handelt es sich dabei um brandschutzrechtliche Vorschriften, gegen die eklatant verstoßen wurde. So sind durch die vorgenommenen Verbarrikadierungen einer Großzahl der Zugänge viele Rettungswege nicht mehr nutzbar. In den Fluren, auch in den noch vorhandenen zwei Hauptrettungswegen des gesamten Viertels, befanden sich eine Vielzahl von brennbaren Materialien, unter anderem aus den Rahmen gerissene Holztüren und andere entzündliche Stoffe. Zudem waren die Wege teils von Müll oder durch Bauschutt, der durch das Herausbrechen von Wänden entstanden war, eingeengt bis gänzlich versperrt. In den Räumen wurden zudem Vorräte an Benzin vorgefunden. Auch hat die Bauaufsicht Manipulationen an den noch vorhandenen elektrischen Anlagen festgestellt, die bereits zu Kabelbränden geführt hatten.

Abgesehen von diesen Feststellungen, haben die Mitarbeiter auch unhaltbare hygienische Zustände vorgefunden. So wurde einer der besetzten Räume von den Bewohnern als Abort ohne entsprechenden Wasserzulauf und Abfluss genutzt.

Nach Feststellungen der Bauaufsicht kann bei dem derzeitigen Zustand der Gebäude im Falle eines Brandes keine wirksame und vor allem schnelle Brandbekämpfung gewährleistet werden. Die Bauaufsicht muss aufgrund der Vorschriften der Bauordnung NRW die weitere Nutzung der Gebäude zu Wohnzwecken untersagen.

Den Besitzer der Gebäude, den Erbbauverein Köln eG, hat die Stadt Köln heute früh zunächst telefonisch über das Ergebnis der Ermittlungen vor Ort informiert und aufgefordert, die Gebäude kurzfristig so zu sichern, dass Personen die Räume nicht mehr zum dauerhaften Aufenthalt nutzen können. Schriftlich wird dem Erbbauverein die Aufforderung kurzfristig in Form einer Ordnungsverfügung zugestellt.

Die Stadt Köln und die Polizei hatten seit kurzem gesicherte Erkenntnisse über ein erhebliches Gefahrenpotenzial in den besetzten Gebäuden, unter anderem über Drogenkonsum, Brand- und Gesundheitsgefahren, desolaten Bauzustand und die Nutzung der Gebäude als Unterschlupf für Straftäter. Am gestrigen Mittwoch, 31. Mai 2006, versuchte die Bauaufsicht, im Rahmen des ihr gesetzlich zustehenden Betretungsrechts, die Gebäude auf bauliche Mängel zu überprüfen. Bis auf einen kleinen Teil wurden den Mitarbeitern von Bauaufsicht und Gesundheitsamt der Zutritt zu den Gebäuden verweigert. Daher hat die Stadt Köln die Polizei um Amtshilfe zur Durchsetzung und Sicherung ihres Betretungsrechts gebeten.

Beim Zugang zu den Räumen am heutigen Tag sind Stadt und Polizei auf keinen nennenswerten Widerstand der Besetzer gestoßen. Nach Angaben der Polizei verlief der Einsatz friedlich.

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Jürgen Müllenberg

(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
POL-K: 060601-1-K Polizeieinsatz im Barmer Viertel [ Polizei Köln - Pressemeldungen - 01.06.2006 - 06:10 Uhr] /

Köln (ots) - Seit heute morgen 04.00 Uhr ist die Polizei im so genannten Barmer Viertel in Köln-Deutz im Einsatz. Die besetzten Häuser wurden von der Polizei betreten und die angetroffenen Personen überprüft.

In den Häusern wurden durch die derzeit dort wohnenden Personen bauliche Veränderungen vorgenommen. So wurden beispielsweise Dächer teilweise abgedeckt oder Wände zu anderen Gebäuden durchbrochen. Durch die Stadt Köln wurde für Mittwoch, den 31.05.2006 eine Begehung der Häuser anberaumt. Es wurde den Vertretern des Bauamtes der Stadt Köln jedoch nur ein Teil der besetzten Wohnungen zugänglich gemacht. Ebenfalls anwesenden Vertretern des Gesundheitsamtes und der Feuerwehr wurde der Zutritt zu den Objekten verweigert.

Wegen der Gefahrenlage hält die Stadt Köln eine umgehende und vollständige Überprüfung der Häuser für notwendig. Dazu hat die Stadt Köln die Polizei um Unterstützung gebeten.

Seit der Besetzung der Gebäude hat die Polizei sehr intensiv die Geschehnisse in und um die Häuser herum beobachtet. Entgegen anders lautenden Äußerungen war die ständige Zunahme von teils schweren Straftaten, Gefahren für Personen und Gefahren für den Straßenverkehr im näheren Umfeld der besetzten Häuser zu verzeichnen. Daneben hielten sich Straftäter und polizeilich gesuchte Personen (Minderjährige) in den Gebäuden auf. Die Anzahl der Straftaten rund um die Barmer Straße stieg während der Zeit der Besetzung im Verhältnis zum Jahr 2005 um das Dreifache.


ots Originaltext: Polizei Köln
Digitale Pressemappe:
http://www.polizeipresse.de/p_story.htx?firmaid=12415

Rückfragen bitte an:

Polizei Köln
Pressestelle

Telefon: 0221-229 5555
http://www.polizei.nrw.de/koeln/frame.html

(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
POL-K: 060601-3-K Polizeieinsatz im Barmer Viertel (Nachtrag zur heutigen Pressemitteilung, Ziffer 1) [ Polizei Köln - Pressemeldungen - 01.06.2006 - 14:57 Uhr] /

Köln (ots) - Wie berichtet haben heute Morgen, 01.06.06, ab 04.00 Uhr, Polizeikräfte die Personen in den besetzten Häusern im Barmer Viertel in Köln-Deutz überprüft.

Die Stadt Köln hatte die Polizei um Amtshilfe ersucht, da Vertretern des Bauamts, des Gesundheitsamts sowie der Feuerwehr am 31.05.06 bei einer Begehung der Häuser der Zugang zu einem Großteil der Wohnungen verwehrt wurde.

Insgesamt wurden 44 Personen angetroffen und zwecks Personalienfeststellung zum Präsidium gebracht. Hierbei handelte es sich um 35 männliche und 9 weibliche Personen, unter ihnen waren auch sechs Jugendliche und sechs Heranwachsende.
Es gab vier Ingewahrsamnahmen, ein Jugendlicher war als vermisst gemeldet und wurde in die Obhut der Stadt Köln übergeben.
Gegen vier Personen lag ein Haftbefehl vor (Gründe: Nichtantreten von Dauerarrest, Erschleichen von Leistungen, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus).
Bei 40 Personen wurde wegen Verdachts des Hausfriedensbruchs die Identität festgestellt.
Darüber hinaus wurden geringe Mengen BtM sowie ein gestohlenes Mobiltelefon sichergestellt.

Aufgrund des weitläufigen Gebäudekomplexes ( ca. 300 Wohnungen auf ca. 400 Metern Umfang) waren mehrere hundert Beamte im Einsatz erforderlich. (ha)


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(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Polizei räumt Barmer Viertel Besetzer kritisieren begonnenen Abriss [ Neues Deutschland - 02.06.2006]

VON TOM STROHSCHNEIDER / Die Polizei hat in der Nacht zum Donnerstag das besetzte Barmer Viertel in Köln geräumt. Nach Angaben der Besetzer begann unmittelbar danach der Abriss des Komplexes, der sich seit drei Monaten mit alternativem Leben gefüllt hatte. Nun soll auf dem Gelände ein Wirtschaftszentrum entstehen.

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Mit der Festnahme von über 30 Menschen durch ein Großaufgebot von Polizisten aus Köln und ganz Nordrhein-Westfalen ist gestern Morgen die Besetzung des Barmer Viertels gewaltsam beendet worden. Ein umgehend errichteter und bewachter Zaun soll eine nochmalige Besetzung verhindern.

Zur Begründung führte die Stadt Köln eine Reihe von »hygienisch katastrophalen und sicherheitsgefährdenden Zuständen« an. Die Polizei der Domstadt verwies auf bauliche Veränderungen. Am Mittwoch hatten Vertreter des Bauamtes einen Teil der Wohnungen überprüft. Eine angebliche Gefahrenlage soll dann die komplette Begehung notwendig gemacht haben. Daher habe die Stadt die Polizei um Unterstützung gebeten. In einer Erklärung der Polizei ließ diese durchblicken, die besetzten Häuser »sehr intensiv« beobachtet zu haben. Angeblich sei dabei auch eine starke Zunahme von Straftaten festgestellt worden.

Gestern begann nach Angaben der Besetzer bereits der Abbruch der Wohnungen. Dies zeige, so die Besetzer, »dass die Räumung von langer Hand vorbereitet wurde«. Baupolizeiliche Gründe seien offenbar nur vorgeschoben.

Die Stadt will die Häuser im Stadtteil Deutz bis Ende Juni abreißen, um das Areal an künftige Investoren zu übergeben. Auf dem Gelände werde ein modernes Wirtschaftszentrum entstehen, erklärte ein Sprecher der Stadt.

Die Besetzer, die sich zum Teil in der Initiative Barmer Viertel zusammengeschlossen hatten, wiesen den Vorwurf vermehrter Straftaten zurück. Kürzlich hatte die Initiative vorgeschlagen, eine Mieter-Genossenschaft zu gründen und die besetzten Häuser für eine Millionen-Summe von der Stadt zu kaufen. Angesichts der Vertreibung von armen Menschen aus ihren angeblich zu teuren Wohnungen durch Hartz IV sei der Abriss preiswerten Wohnraums ein Skandal, kritisierten die Besetzer – von denen einige seit gestern obdachlos sind.
(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Besetzer im Schlaf überrascht [ KSta - 02.06.2006] VON TOBIAS MORCHNER / Gegen 4 Uhr hatten am Donnerstagmorgen mehrere Hundert Polizeibeamte aus ganz Nordrhein-Westfalen den Gebäudekomplex umstellt, verschafften sich anschließend Zutritt zu dem Innenhof des Wohnblocks und drangen von dort in die insgesamt 260 leer stehenden Wohnungen ein.

Die 44 Hausbesetzer, die sich zum Zeitpunkt der Räumung im Barmer Block aufhielten, wurden von der Aktion vollkommen überrascht. Ohne Widerstand zu leisten, ließen sie sich von den Einsatzkräften aus den Räumen in den Innenhof führen. Nach und nach wurden sie ins Polizeipräsidium nach Kalk gebracht. Vier der Besetzer wurden bereits per Haftbefehl gesucht. Vier weitere wurden in Gewahrsam genommen. Die übrigen Besetzer konnten nach der Feststellung ihrer Personalien die Behörde wieder verlassen. „Wir sind von der Stadt Köln um Amtshilfe gebeten worden, weil die Besetzer der Feuerwehr und Mitarbeitern des Bau- und des Gesundheitsamtes am Vortag den Zutritt zu fast allen Räumlichkeiten verweigert hatten“, begründete Polizei-Sprecher Jürgen Laggies den Einsatz.

Am Mittwoch wollte die Stadtverwaltung Hinweisen nachgehen, nach denen an den Wohnungen des Barmer Blocks gravierende bauliche Veränderungen vorgenommen worden waren und die hygienischen Zustände in den Wohnungen unzumutbar seinen. „Den Zutritt von Gesundheitsamt und Feuerwehr hatten wir vorerst abgelehnt, da von diesen beiden Ämtern weder eine konkrete Ordnungswidrigkeit bzw. eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit angegeben wurde“, hieß es in einemm Schreiben der Besetzer. Doch den Mitarbeitern der Bauaufsicht, der Feuerwehr, des Gesundheitsamtes und des Ordnungsamtes, die nach der Räumung die Wohnungen im Barmer Block besichtigten, bot sich ein anderes Bild. „Brandschutzvorschriften waren nicht eingehalten, die Rettungswege waren verbarrikadiert. Ganze Etagen des Wohnblocks waren von den Besetzern als Toilette benutzt worden. In einer´Kloschüssel haben wir sogar ein totes Huhn gefunden. Außerdem hatten die Besetzer die elektrischen Anlagen manipuliert, so dass bereits Kabelbrände entstanden waren“, fasste Stadt-Sprecher Jürgen Müllenberg die Ergebnisse der Untersuchungen zusammen. Die Stadtverwaltung hat den Besitzer der Gebäude, den Erbbauverein Köln, jetzt aufgefordert, die Wohnungen so schnell wie möglich so zu sichern, dass keine Personen die Räume mehr betreten können. Der Verein ließ rund um den Barmer Block einen Metallzaun errichten. Ein Wachdienst soll für zusätzlichen Schutz sorgen. Gleichzeitig sind am Donnerstagnachmittag die Abbrucharbeiten in den ehemals besetzten Räumen aufgenommen worden. Die Wohnungen wurden teilweise entrümpelt, Fensterrahmen herausgerissen. Ziel des Erbbauvereins ist es, den Gebäudekomplex so schnell wie möglich vollständig abzubrechen. Nach ersten Schätzungen wird sich das bis zum Ende der Sommerferien hinziehen. Die ehemaligen Hausbesetzer protestierten gegen die Räumung des Barmer Viertels mit einer Demonstration am Abend vor dem Deutzer Bahnhof. Gegen 18 Uhr versammelten sich dort etwa 60 Personen. (KStA)
(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Barmer Viertel geräumt [ Kölnische Rundschau - ERSTELLT 01.06.06, 10:15h, AKTUALISIERT 01.06.06, 21:54h] / Nur sechs Hunde blieben zurück. Die Vierbeiner wurden als Letzte aus dem Innenhof von Tierrettern der Feuerwehr geführt. Fein säuberlich hatten Polizisten die Hunde an Wäschestangen und einem Klettergerüst angebunden. Die 44 Besetzer des Barmer Viertels saßen zu dieser Zeit schon auf der Wache und warteten auf ihre Vernehmung. 400 Polizisten waren bei der Aktion gestern Morgen im Einsatz. Um 4 Uhr sperrte die Polizei alle Zufahrten zum Viertel ab. Zeitweise konnte kein Auto die Deutz-Mülheimer Straße passieren; auch die KVB wurden ausgebremst. Die Straßen waren so penibel abgesperrt worden, damit kein Besetzer flüchten konnte.

Was die Polizisten beim Gang durch die rund 260 besetzten Wohnung sahen, verschlug ihnen die Sprache. „Viele Räumen waren verwüstet. In einigen Wohnungen haben die Besetzer auf den Boden uriniert“, sagte Volker Lange, stellvertretender Leiter der Bereitschaftspolizei. Die Stadt sprach von „hygienisch katastrophalen und sicherheitsgefährdenden Zuständen“. In den Räumen wurden gefüllte Benzinkanister entdeckt; außerdem stellte die Bauaufsicht Manipulationen an den elektrischen Anlagen fest, die bereits zu Kabelbränden geführt hatten. Die Polizei sprach von angestiegenen Straftatzahlen in dem Viertel und „gravierenden baulichen Veränderungen“. So seien beispielsweise Dächer teilweise abgedeckt oder mehrere Wände zu anderen Gebäuden durchbrochen worden. Bei der Durchsuchung hatten sich viele Polizisten einen Mundschutz aufgesetzt, denn die Polizisten mussten auch die völlig verdreckten Toiletten nach Besetzern absuchen. In einem WC lag ein totes Huhn.

Einen richterlichen Beschluss für die Aktion gab es nicht, teilte die Initiative Barmer Viertel mit. „Den brauchten wir auch nicht“, sagte ein Polizeisprecher. Die Stadt hatte die Polizei im Rahmen eines so genannten Amtshilfeersuchens gebeten, den Zugang zu den Häusern zu gewährleisten. Denn dies wurde Vertretern des Bauamtes, der Feuerwehr und dem Gesundheitsamt nur teilweise erlaubt, teilte die Polizei mit. Weil gegen die Besetzer ein Strafverfahren wegen Hausfriedensbruch eingeleitet war, mussten die Männer und Frauen mit auf die Wache kommen. Polizeipräsident Klaus Steffenhagen zeigte sich am Nachmittag zufrieden: „Wir wollten das Problem noch vor der Weltmeisterschaft lösen.“

Die Grünen kritisierten die Aktion als „unnötige Machtdemonstration“ der Kölner Verwaltungsspitze. Bisher gebe es keine Entscheidung, was nach dem Abbruch dort entstehen soll. Jörg Detjen („Die Linke“) kritisierte die gestrige Aktion im Morgengrauen als „rechtlich fragwürdig“.
(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Barmer Viertel: Kritik an Räumung [ WDR2-Radio - Regionalnachrichten - 01.06.2006] / Die Kölner Grünen haben die Räumung des Barmer Viertels kritisiert. Sie sei eine völlig unnötige Machtdemonstration der Kölner Verwaltungsspitze gewesen, sagte der Grünen-Sprecher Jörg Penner. Die Planung und Finanzierung von Neubauten auf dem Gelände werde wohl noch Jahre dauern.
Deshalb müsse man jetzt darüber nachdenken, die Häuser doch stehen zu lassen und zum Beispiel vorläufig als Studentenwohnungen zu nutzen.
(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Barmer Viertel geräumt [ Kölnische Rundschau - Online - ERSTELLT 01.06.06, 10:15h, AKTUALISIERT 01.06.06, 12:02h] / Köln - Ein Großaufgebot der Polizei hat in Köln rund 260 besetzte Wohnungen unmittelbar am Messegelände geräumt. In dem seit drei Monaten besetzt gehaltenen "Barmer Viertel" wurden in der Nacht zum Donnerstag 36 überwiegend junge Leute vorübergehend in Gewahrsam genommen, um deren Identität festzustellen, berichtete die Polizei. Die Stadt Köln, die die Aktion veranlasst hatte, sprach von "hygienisch katastrophalen und sicherheitsgefährdenden Zuständen" in den Wohnungen. Zudem habe die Zahl der Straftaten im Umfeld der Häuser deutlich zugenommen.

Mehrere hundert Polizeibeamte waren bei dem Einsatz in den frühen Morgenstunden beteiligt, außerdem waren Feuerwehr und zahlreiche Mitarbeiter der Stadt vor Ort. Die Beamten mussten sich mit Zwangsmaßnahmen Zugang zu den Häusern verschaffen, Türen wurden aufgebrochen. Die Zahl der Straftaten in der Nähe der Wohnungen habe sich verdreifacht, sagte ein Polizeisprecher. Zudem sollen sich dort polizeiliche gesuchte Personen aufgehalten haben.

Die Stadt will die Häuser im rechtsrheinischen Stadtteil Deutz bis Ende Juni abreißen, um das Areal baureif an künftige Investoren zu übergeben. Stadt-Sprecher Ulrich Höver sagte: "In den Wohnungen wurden ständig bauliche Veränderungen vorgenommen. Die Rettungswege waren mit Schrott und Unrat blockiert. Es sind auch mehrere Brände ausgebrochen." Auf dem wichtigen Gelände zwischen ICE-Bahnhof und umgebauter Messe werde ein modernes Wirtschaftszentrum entstehen, das Interesse potenzieller Investoren sei groß.

Am Mittwoch hatten die Hausbesetzer Mitarbeitern des Ordnungs- und Gesundheitsamts den Zutritt verweigert. Darauf hin hatte die Stadt die Polizei zu Hilfe gerufen, die in der Nacht um 04.00 Uhr mit der Räumung begann. Die Hausbesetzer, die sich zum Teil in der Initiative Barmer Viertel zusammengeschlossen hatten, kritisierten, dass nun rund 100 Menschen wieder obdachlos würden. Die Gruppe bestritt, dass es zu Häufungen von Straftaten gekommen sei. Kürzlich habe die Initiative vorgeschlagen, eine Mieter-Genossenschaft zu gründen und die besetzten Häuser für eine Millionen-Summe von der Stadt zu kaufen.

Im "Barmer Viertel" mit insgesamt fast 400 Wohnungen - einige davon standen einst unter Denkmalschutz - waren in den vergangenen Wochen bereits mehrere Häuser abgerissen worden. Die Hausbesetzer wollten den Erhalt eines Häuserkarrees mit 260 Wohnungen erzwingen, das nun aber auch verschwinden wird. (dpa)
(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Barmer Viertel: Kölner Polizei überrascht Hausbesetzer im Schlaf [ report-k.de - 01.06.2006 Stand 12:30] VON ANDI GORAL / Der ganze Messeparkplatz voll mit Fahrzeugen der Polizei. Aus ganz Nordrhein-Westfalen hat die Kölner Polizei Kräfte angefordert und begann um 4:00 Uhr morgens mit der Räumung der besetzten Häuser des Barmer Viertels. Alle Zufahrtswege zu den Häusern waren abgeriegelt. Der Einsatz dauert zur Stunde noch an und verläuft friedlich. „Die Stadt Köln hat uns gebeten, den Ämtern Bauordnungsamt, Gesundheitsamt und Feuerwehr Zutritt zu den Häusern zu verschaffen“, so begründete Polizeisprecher Laggies den Einsatz. Am gestrigen Mittwoch, so Laggies weiter, wollte die Stadt Köln eine Besichtigung der Häuser durchführen, da man befürchtete die Häuser sind baulich verändert worden und wollte damit der Brandvorbeugung und der städtischen Verkehrssicherungspflicht nachkommen. An Haus 7 wurde das Dach verändert und war mit blauer Plane geschützt. Den Mitarbeitern der städtischen Ämter sei von Seiten der Hausbesetzer der Zutritt zu den Häusern verwehrt worden, daraufhin habe man die Polizei um Hilfe gebeten.

Polizei überrascht Besetzer im Schlaf.
Das polizeiliche Ziel war es jede Wohnung zu betreten, bei einem Objekt mit mehr als 300 Wohnungen eine logistische Großaufgabe. Entsprechend groß war das Aufgebot an Polizeikräften. Mehrere Hundertschaften waren im Einsatz, aufgrund der hygienischen Verhältnisse, ein Gebäude wurde nach Polizeiangaben als Toilettenhaus genutzt, trugen die Beamten Atemschutzmasken. Angetroffen wurden nach Polizeiangaben etwas über 30 Personen und zahlreiche Hunde, die so Laggies „friedlich geweckt“ wurden. Alle Personen die sich in den Blocks aufhielten wurden mit zur Wache genommen und deren Personalien festgestellt. Laggies begründete diesen Schritt mit diversen Straftaten die sich im Umfeld des Barmer Viertels in den letzten Wochen ereignet hatten. Auch der polizeiliche Einsatzleiter Volker Lange, der stellvertretende Leiter der Bereitschaftspolizei Köln, vermeldete keinen nennenswerten Widerstand der Hausbewohner. Mit einer ausgeklügelten Strategie war man schnell und professionell vorgegangen.

Initiative Mietergenossenschaft iG Messegarten fühlt sich „verarscht“
Vor dem Info-Bauwagen hatten sich die UnterstützerInnen eingefunden, die die Räumung mitansehen mussten. Offensichtlich traurig reagierte man auf das was vor ihren Augen stattfand. Eine Bewohnerin sagte: „Ich bin im Barmer Viertel gemeldet, meine ganzen Sachen befinden sich noch in meiner Wohnung und jetzt verweigert man mir den Zutritt.“ Verarscht fühlt man sich von der Stadt Köln und stellt auch die Ereignisse des gestrigen Tages anders dar. Am gestrigen Mittwoch hatte man einen Termin mit dem städtischen Bauaufsichtsamt, wegen des Daches Barmerstr. 7. Dieser Termin war abgesprochen und die Mitarbeiter des städtischen Bauamtes hatten auch Zutritt zu diesem Haus. Der Feuerwehr und den Mitarbeitern des städtischen Gesundheitsamtes habe man, da diese nicht angemeldet waren, den Zutritt verweigert. Man habe dann noch mit den Mitarbeitern der Stadt vereinbart, das man für ein weiteres Haus einen neuen Termin ausmacht. Fassungslos ist man über die Begründung und über den Polizeieinsatz: „Wir sind völlig überrascht worden von der Räumung“, sagt eine junge Frau.

Gespräch zwischen Genossenschaft und Stadt Köln vereinbart.
Für den morgigen Freitag war ein Gespräch zwischen der Stadt Köln, verteten durch Maximilian Müller, des Leiters des Amtes für Liegenschaften, Vermessung und Kataster und der Mietergenossenschaft iG Messegarten vereinbart, so schreibt es die Initiative Barmer Viertel. Man mutmaßt nun das es Kräfte in der Stadt gegeben habe die diese Gespräche hintertrieben haben oder das Ganze nur ein großer Bluff war. Der massive Polizeieinsatz lässt diesen Schluss zu, denn den plant man nicht von heute auf morgen. Nach Auskunft der Initiative waren auch Gespräche mit der SPD Fraktion und den Grünen vereinbart. Die Initiative macht auch darauf aufmerksam, das einige der Bewohner jetzt wieder obdachlos werden und man für sie eine soziale und politische Lösung finden muss.

Katastrophaler Zustand der Wohnungen
Verdreckt, versifft, die Badewannen und Toiletten vollgekackt. So stellt sich der Zustand der Wohnungen im Moment dar. Schade ist es das es der Initiative nicht gelungen ist, die chaotischen Zustände im Block in den Griff zu bekommen. Das muss nicht sein und verringert natürlich auch die Chancen auf eine politische Lösung. Gut man hatte kein Wasser und keinen Strom, aber das rechtfertigt nicht die Wohnungen zu verwüsten, ein Plumpsklo im Innenhof hätte es auch getan.

Schade ist das der schwierige Spagat zwischen Freiraum des Einzelnen und der Gemeinschaft und dem Zusammenleben gescheitert ist. Das müssen sich beide Seiten auf ihre Fahnen schreiben lassen, eine Stadtverwaltung die billigen zentrumsnahen Wohnraum und Denkmäler zerstört, ohne eine konkrete Planung für die Zukunft zu haben und die Besetzer die es nicht in den Griff bekommen vernünftiges Zusammenwohnen zu organiseren und damit zu beweisen, das Freiheit nicht nur rumsauen heisst. Dann muss man auch die Siff-Punks in den Griff bekommen.

Traurig, es wird keine freie, kreative und soziale Republik Barmer Viertel geben, statt dessen erst einmal ein repräsentatives Kölner Loch 2. (Loch 1 ist am Neumarkt zu besichtigen)

Wir halten Sie über die Vorgänge im Barmer Viertel auf dem Laufenden und werden auch Verwaltung und politisch Verantwortliche im Laufe des Tages befragen.
(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Köln: Barmer Viertel geräumt Mit einem großen Polizeiaufgebot wurde in der Nacht zum 1. Juni das besetzte Barmer Viertel in Köln-Deutz geräumt. [ Linke Zeitung - Aktualisierung 01.06.2006] VON GEORG KÜMMEL /
Da keine Räumungsklage vorlag, wurde unter anderen Vorwänden geräumt. In einer Presseerklärung der Polizei heißt es: "In den Häusern wurden durch die derzeit dort wohnenden Personen bauliche Veränderungen vorgenommen. So wurden beispielsweise Dächer teilweise abgedeckt oder Wände zu anderen Gebäuden durchbrochen. Durch die Stadt Köln wurde für Mittwoch, den 31.05.2006 eine Begehung der Häuser anberaumt. Es wurde den Vertretern des Bauamtes der Stadt Köln jedoch nur ein Teil der besetzten Wohnungen zugänglich gemacht. Ebenfalls anwesenden Vertretern des Gesundheitsamtes und der Feuerwehr wurde der Zutritt zu den Objekten verweigert." Eine der Besetzerinnen sagte dazu, dass mit dem Gesundheitsamt kein Termin vereinbart gewesen sei. Die Polizei gibt als Begründung für die Räumung auch an, die Zahl der Straftaten im Umfeld der Häuser sei gestiegen. Die Besetzer mussten sich tatsächlich mehrmals gegen Nazis wehren.

Die Räumung begann um 4:00 Uhr morgens, beteiligt waren unter anderem Einsatzkräfte aus Bochum. Alle Bewohner mussten das Gebäude verlassen. Selbst bei der Stadt dort offiziell gemeldete Personen durften ihre Wohnung nicht mehr betreten. Rund um das Gebäude wurde sofort ein Bauzaun errichtet. Die öffentlichen Straßen unmittelbar um den Barmer-Block wurden gesperrt. Die politische Verantwortung für die Räumung liegt bei CDU, FDP, SPD und Grünen. In der letzten Ratssitzung hatten sie den Beschluss zum Abriss des Barmer Blocks bekräftigt. Damit werden 381 Wohnungen vernichtet. Doch diesmal wird die Polizei wohl nicht gegen diese „bauliche Veränderung“ einschreiten.

Heute, Donnerstag, 1. Juni soll um 18:00 Uhr eine Protestkundgebung auf dem Ottoplatz vor dem Deutzer Bahnhof stattfinden.
(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Barmer Viertel in Köln geräumt [ KStA - ERSTELLT 01.06.06, 09:48h, AKTUALISIERT 01.06.06, 11:30h] /
Köln - Seit 4 Uhr morgens ist die Polizei im so genannten Barmer Viertel in Köln-Deutz im Einsatz. Bei der Hausdurchsuchung wurden die 36 angetroffenen Bewohner von der Polizei zur Feststellung der Personalien festgenommen. 6 Hunde wurden ins Tierheim gebracht.

Eigentlich sollten Vertreter des Bauamtes am Mittwoch eine Begehung der Häuser vornehmen. Jedoch wurde nur Einblick in eine der 260 Wohnungen gewährt. Die Zustände wurden dort insgesamt als äußerst unhygienisch eingestuft, die Wohnungen waren teilweise mit Fäkalien verunreinigt. An Wochenenden hausten hier zeitweise bis zu 100 Personen. Zudem wurden Wände eingerissen und Dächer abgedeckt. Durch diese baulichen Veränderungen war die Sicherheit nicht länger gewährleistet. Da die Lage somit als gefährlich eingestuft wurde, bat die Stadt die Polizei zu Hilfe.

Die Polizei Köln rückte mit Kollegen aus NRW an und räumte das Viertel binnen weniger Stunden komplett. Die Räumung fand weitgehend friedlich statt, die Personalien der 36 Personen werden nun überprüft, um festzustellen, ob Straftäter und Minderjährige unter ihnen sind. Die Durchsuchung der Wohungen auf Drogen und Waffen wird bis Mittag fortgesetzt.

Die Stadt will das Viertel nun bis Ende des Monats abreißen, um das Areal in Deutz baureif an künftige Investoren zu übergeben. (eb)
(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Kölner Polizei räumt Barmer Viertel [ WDR2-Radio-Regionalnachrichten - 01.06.2006] / Nach der Räumung des Barmer Viertels im Kölner Stadtteil Deutz wird ein Zaun um das gesamte Gelände errichtet. Ein Wachdienst soll verhindern, dass die Gebäude erneut besetzt werden. Über 400 Polizisten hatten am Morgen die besetzten Häuser geräumt. Die etwa 40 Hausbesetzer leisteten keinen nennenswerten Widerstand. Die Stadt hatte das Gelände im vergangenen Jahr gekauft, um hier Büros, Hotels und ein Kongreßzentrum zu errichten. Diese Pläne wurden aber im Dezember gekippt. (Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Räumung der besetzten Wohnungen im Barmer Viertel [ Radio Köln 107,1 - 01.06.2006] / Mehrere hundert Polizisten aus Köln und ganz Nordrhein-Westfalen sind seit dem frühen Donnerstagmorgen in Deutz im Einsatz. Sie sollen dort die besetzten Wohnungen räumen. Dafür müssen alle rund 340 Wohnungen durchsucht werden, sagte Polizei-Sprecher Jürgen Laggies.

Die Räumung der Wohnungen verlief bislang ruhig. Die Polizei hat rund 30 Menschen in den Wohnungen gefunden und mitgenommen. Das Barmer Viertel war seit Anfang März von Abriss Gegnern besetzt.
(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
FH: 200 Studenten gegen Studiengebühren [ EXPRESS - 30.05.2006] / Köln - „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut" - mit Plakaten und Sprechchören versuchten gestern Studenten der FH, die Senatssitzung zu stören. Auf der sollte die Satzung zur Einführung von Studien-gebühren verabschiedet werden.
Rektor Joachim Metzner hatte sich mit seinen Senatoren in die Architektur-Fakultät auf die Siegburger Straße verzogen. Rund 200 Protestierer stöberten sie dort aber auf, trafen auf zwei Hundertschaften der Polizei. Nach kurzem Gerangel waren die Senatoren aber drin. ASta-Vorstand Dortje Treiber: „Wer sich Bildung nicht kaufen kann, geht leer aus - was hier passiert ist das Lächerlichste, was die FH jemals gesehen hat."
Trotzdem: Gegen Abend wurde die Satzung mit 14 Ja-Stimmen verabschiedet, ab nächstem Semester müssen die Studenten 500 Euro zahlen.
(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Uni auf Draht [ Kölnische Rundschau - 30.05.2006] / Auch an der Universität gab es gestern wieder Proteste gegen die Gebühren. Studenten hatten den Eingang des Hauptgebäudes mit Stacheldraht blockiert. Laut Pressesprecher Dr. Patrick Honecker konnte dieser aber schnell wieder entfernt werden. „Das war keine große Episode.“ (pwi) (Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
„Stärker werben“ [ Kölnische Rundschau - 26.05.2006] / Die SPD lehnt den Bau eines öffentlich subventionierten Kongresszentrums in Deutz ab, will aber eine Plattform für die bessere Vermarktung der Kongressstadt Köln schaffen. Man sei aber natürlich offen, wenn Private ein Zentrum mit bis zu 5000 Plätzen wollten. Die Stadt soll sich auf ihr Potenzial konzentrieren: Kongresse entweder unter 3000 oder über 5000 Personen.

Weil Bonn derzeit ein Zentrum für 3000 bis 5000 Teilnehmer baut, „wäre es Unsinn mit Steuergeldern öffentlichen Kannibalismus zu betrieben“, meint SPD-Fraktionsvorsitzender Martin Börschel. Es sei noch nicht entschieden, ob für die Vermarktung der Kölner Potenziale eine eigene Gesellschaft gegründet werden oder sie an bestehende angegliedert werden soll.

In jedem Fall solle die Stadt auf einschlägigen Messen präsentiert, die Darstellung im Internet verbessert, Daten gesammelt, Marktforschung betrieben und Entwicklungspotenziale herausgestellt werden. In einem ersten Schritt müsste die Stadt Personalkosten für ein bis drei zusätzliche Mitarbeiter aus dem Kongressbereich allein übernehmen. Auf Dauer sollten die Kongressveranstalter aber auch zur Finanzierung beitragen. (hap)

(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Hausbesetzer wollen Genossenschaft gründen [ KStA - 24.05.2006] (dpa) / Köln - Seit mehr als zwei Monaten hält etwa eine Gruppe von bis zu 150 jungen Leuten in Köln 260 Wohnungen in unmittelbarer Nähe des Messe-Geländes besetzt. "Kein Abriss" oder "Stoppt Mietwucher jetzt!" ist auf Transparenten und Tüchern zu lesen, die aus den Fenstern der Graffiti-besprühten Häuser hängen. Bis Ende Juni soll das Viertel mit Bauten aus den 20er Jahren geräumt sein, damit die Stadt es Investoren baureif übergeben kann. Unterstützer gegen den Abriss sind inzwischen aus vielen Städten nach Köln gekommen. "Die Hausbesetzerszene ist nicht ausgestorben und das wird sie auch nicht, solange es Wohnungsnot gibt", sagt Stadtsoziologe Professor Hartmut Häußermann.

Zwar sei die Szene mit der großen Hausbesetzer-Bewegung der 80er und 90er Jahre in Großstädten wie Berlin und Hamburg nicht vergleichbar, sagt der Berliner Wissenschaftler. Es gebe aber immer wieder einzelne, nicht unbedingt Aufsehen erregende Aktionen - etwa in alten Fabrikgeländen oder Kulturzentren. "In Städten wie Berlin oder Köln gibt es zunehmend Leute mit Geld, die innerstädtisch in Altbaugebieten wohnen wollen und dafür hohe Mieten zahlen können." Dagegen rege sich politischer Widerstand.

In Köln wollen die Hausbesetzer nun eine Genossenschaft gründen und der Stadt den Wohnblock für eine Millionen-Summe abkaufen. "Wir wollen da Cafés oder Pizzerien reinnehmen zu einem höheren Mietpreis, Wohnungen zu einem normalen Mietpreis - und für die Hausbesetzer zu einem verbilligten Preis", erklärt Hausbesetzer Rainer Kippe das Konzept, das mit Hilfe eines Wirtschaftsprüfers errechnet wurde.

"Hier gibt es so viel schönen Wohnraum von einer Wahnsinns-Qualität, das darf man nicht kaputt machen", ergänzt Jens, der in eine der seit drei Jahren leer stehenden Wohnungen eingezogen ist. "Viele denken, wir machen hier nur Party, aber wir wollen den Hausbestand erhalten. Hier könnten auch gut Spielplätze entstehen oder Altenwohnprojekte", meint der 34-Jährige.

"Wir haben auch Leute aus Berlin, Bremen, Hannover oder aus Münster hier", sagt Mitstreiter Tom. In der Szene gebe es eine hohe Mobilität, bestätigt Professor Häußermann. "Die Hausbesetzer sind in einer Minderheit, sie unterstützen sich gegenseitig und reisen auch zu überregionalen Solidaritätsaktionen an." Einige seien mit Laptop und Handys ausgerüstet und gut vernetzt. "Die jungen Leute nutzen neue Kommunikationsmöglichkeiten, es gibt Funknetze, die von alternativen Netzwerkern bereitgestellt werden."

Von den fast 400 Wohnungen, die in dem Viertel abgerissen werden sollen, standen einige unter Denkmalschutz. "Sie wurden zum Abbruch aus der Denkmalschutzliste entlassen", sagt Kölns Stadtentwicklungsdezernent Bernd Streitberger. "Das Gelände ist wertvollster Dienstleistungsstandort zwischen ICE-Bahnhof und Messe und gehört zu den wichtigsten Bausteinen in der Entwicklung des Rechtsrheinischen überhaupt." Es gebe großes Interesse bei mehreren potenziellen Investoren. Einige Häuser haben die Bagger bereits eingerissen, nun geht es um die 260 besetzten Wohnungen.

Die Stadt hatte die Häuser vor Jahren vom Erbbauverein für eine zweistellige Millionensumme gekauft. Rund 1000 Bewohner waren vor drei Jahren ohne größeren Protest in modernere Wohnungen umgezogen. Doch die ursprünglichen Pläne für Hochhausbauten wurden gekippt, weil die UN-Kulturorganisation UNESCO dadurch die Gesamterscheinung des Doms beinträchtig sah und ihn auf die Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt hatte. Bei vielen in der Bevölkerung bestehe für den Abriss angesichts von 20 000 fehlenden Wohnungen in Köln kein Verständnis, meinen die Hausbesetzer. Jens betont: "Hier kommen dauernd Leute vorbei, die uns Sachen bringen und sagen, wir sollen weiter machen und das machen wir auch." (dpa)
(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Senatoren beschließen Uni-Gebühren [ Kölnische Rundschau - 24.05.2006] VON MARTINA WINDRATH / Allen Protesten zum Trotz - Senatoren der Kölner Universität beschlossen gestern nach langer Diskussion „mit überwältigender Mehrheit“ die Einführung von Studiengebühren in Höhe von 500 Euro je Semester. Sie sollen ab dem Wintersemester erhoben werden und vor allem der Verbesserung der Bedingungen von Lehre und Forschung zugute kommen. Am Ende herrschte Erleichterung auf der einen, Bestürzung auf der anderen Seite. Begonnen hatte das Ringen um mehr Geld für die Uni mit einer Art „Schnitzeljagd“. An die 500 Studierende hatten sich um 12.30 Uhr auf den Weg zum Forschungszentrum Jülich gemacht. Dorthin war die Senatssitzung aus Sicherheitsgründen verlegt worden, um Störungen zu vermeiden. Am 3. Mai war es zu einem Großeinsatz der Polizei gekommen, die Sitzung wurde verhindert. Doch der jetzige Ort blieb nicht geheim. Auf der Straße nach Jülich kesselten Demonstranten einen Bus der Uni ein, in dem saßen mehrere Senatoren fest. Studierende blockierten drei Eingangstore des Zentrums. Es kam zu Rangeleien, als die Polizei Senatoren den Weg bahnte. Gegen 17 Uhr zogen sich die Demonstranten ohne weitere Zusammenstöße zurück.

Acht von insgesamt stimmberechtigten zwölf Senatoren schafften es vorher durch die Menge. Gegen 16 Uhr begann die nichtöffentliche Sitzung trotz nicht kompletter Runde. „Mindestens 50 Prozent der Stimmberechtigten müssen anwesend sein, um eine Entscheidung treffen zu können“, sagte Uni-Pressesprecher Dr. Patrick Honecker. Die Universität hatte die Teilnehmer zuvor zu unterschiedlichen Orten in Köln bestellt und mit einem Fahrdienst zum geheimen Ort abgeholt. „Wenn mir die Augen verbunden werden, dann ist Feierabend“, wetterte Senator und Studentenvertreter Markus Struben gegen das „Versteckspiel“. Er war mit einem Antrag auf Bekanntgabe des Ortes vor dem Kölner Verwaltungsgericht gescheitert. Es lehnte den Antrag ab. Das von Studenten als „Schnitzeljagd“ kritisierte Prozedere der Uni sei gerechtfertigt vor dem Hintergrund der Geschehnisse in der gesprengten Sitzung am 3. Mai und der polizeilichen Erklärung, „einen ungestörten Ablauf der Senatssitzung an einem bekannten Ort nicht sicherstellen zu können“. Die zwei studentischen Senatoren beklagten, dass sie erst nach Stunden die Sitzung erreichten und abgestimmt wurde, obwohl nicht alle anwesend waren.

„Ich tippe darauf, dass alle Hochschulen in NRW flächendeckend die Studiengebühren einführen“, prophezeite gestern der Leiter des Studentenwerks, Dr. Peter Schink, nicht nur mit Blick auf die Entscheidung der größten Hochschule Deutschlands. „Studiengebühren sind einerseits ein weiteres Selektionsprinzip. Viele Kinder aus einkommensschwachen Familien können sich das Studium nicht mehr leisten.“ Andererseits könnten den Hochschulen auch Gelder zufließen, die für soziale Zwecke wie den Bau von Kindertagesstätten oder Gästehäusern für ausländische Studierende genutzt werden können.

Unter anderem der Asta spricht sich gegen Gebühren aus. Es wurden weitere Proteste gegen die Entscheidung angekündigt, am Abend gab es eine Demonstration mit 80 Teilnehmern an der Zülpicher Straße.
(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Abrissgegner geben nicht auf Initiative sieht die Möglichkeit, den Barmer Block in neue städtebauliche Rahmenplanung für Deutz zu integrieren [ Kölnische Rundschau - 18.05.2006] / Die Initiative Barmer Viertel sieht in den jüngst vorgelegten städtebaulichen Entwürfen zur Entwicklung des Areals um den Deutzer Bahnhof die Möglichkeit, auf einem Teil der Planungsfläche eine neue Architektur für das Rechtsrheinische zu schaffen und gleichzeitig den so genannten Barmer Block zu erhalten. Als Nutzungskonzept schwebt ihr eine Mischung aus Wohnen, Gastronomie und Gewerbe vor. Die Initiative hat einen detaillierten Wirtschaftsplan erstellt und versucht zurzeit, Wohnungsbaugesellschaften für ihren Vorschlag zu begeistern. Sollten diese kein Interesse haben, will die Initiative selbst eine Mietergenossenschaft gründen. Den Wert der Immobilie beziffert sie auf 14,5 Millionen Euro, den Sanierungsbedarf auf etwa fünf Millionen Euro.

Die drei vorliegenden städtebaulichen Entwürfe sehen bislang eine Überplanung auch des besetzten Barmer Blocks vor. Der für den Abbruch verantwortliche Erbbauverein will nun bei Gericht einen Räumungstitel erwirken. Vorstand Uwe Neuhaus rechnet damit, dass bis Christi Himmelfahrt die nicht besetzten Häuser abgebrochen sind. „Aber auch der Abbruch des Blocks kann sehr schnell gehen", sagt Neuhaus. (cid)
(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Millionen- Angebot an die Stadt Die Besetzer des Barmer Blocks in Deutz kämpfen weiter: Nun wollen sie die Häuser kaufen. [ KStA - 18.05.2006] VON HELMUT FRANGENBERG / „Wohnen und Gewerbe im Messegarten-Karrée in Deutz“ nennt die Initiative Barmer Viertel im schönsten Stadtplaner-Deutsch ihr Projekt. Die Unterstützer der Besetzer aus dem Umfeld der Sozialistischen Selbsthilfe Mülheim (SSM) machen der Stadt ein verlockendes Angebot: 14 Millionen Euro bieten sie für Grundstück und Häuser. Weitere 6,4 Millionen Euro sind für Investitionen und Sanierungen des Barmer Blocks vorgesehen.

Die Kölner Wirtschaftsprüfungsagentur Mermagen hat ein Finanzierungskonzept durchgerechnet. Durch die Gründung einer neuen Genossenschaft könnte ein Viertel der Kosten als Eigenmittel aufgebracht werden. Der Rest würde über Kredite finanziert. Ein Teil der Gebäude um den riesigen Innenhof des Blocks sollen für Gastronomie und Gewerbe umgebaut werden. 20 der 260 Wohnungen sollen zu günstigsten Konditionen für die derzeitigen Besetzer bereitgestellt werden.

„Der Barmer Block ist ein Schmuckstück des Genossenschaftsbaus“, warb die Initiative erneut für den Erhalt der Anlage an der Deutz-Mülheimer Straße. Die Wohnbebauung ließe sich gut in die Vorschläge integrieren, die beim Workshop zur Zukunft des Areals zwischen Deutzer Bahnhof und Messe vorgelegt worden sind. „Statt des seelenlosen Betoneinerleis könnte der Block die Verbindung zwischen dem alten und neuen Deutz schaffen.“ Die Politik müsse den gegebenen Spielraum ausnutzen.

Die äußerte sich gestern noch zurückhaltend. Die Initiative hofft vor allem auf Grüne und SPD, mit denen sie genau wie mit Baudezernent Bernd Streitberger mittlerweile Gespräche geführt hat. Die Grünen sind weiterhin gespalten. Eva Bürgermeister, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der SPD, sagte: „Ich möchte das Fass ungern wieder aufmachen und keine falschen Hoffnungen wecken.“ Wohnen an diesem Standort sei für sie nicht mehr vorstellbar. Trotzdem werde man über den Vorschlag der Initiative noch einmal beraten.(KStA)
(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
"Frei sein" [ KStA - Junge Zeiten - 17.05.2006] VON MAX LENTZEN / Eigentlich waren wir auf der Suche nach einer Freundin, die vor acht Wochen unsere Klasse plötzlich verlassen hatte. Sie habe keinen Bock mehr auf Schule in Bergisch Gladbach und wolle einfach unabhängig sein, sagte sie uns. Auf ihrer Suche nach dem „Frei sein“ landete sie im Barmer Viertel in Köln Deutz. Das Barmer Viertel ist ein Häuserblock, der seit mehreren Monaten leer steht und bald abgerissen werden soll. Um den Abriss zu verhindern, wurde der Häuserblock von verschiedenen Leuten besetzt, die sich zum Teil das gleiche wie unsere Freundin in den Kopf gesetzt haben.

Als wir dort ankamen, wussten wir bereits, dass unsere Freundin in eine der 381 leer stehenden Wohnungen eingezogen ist. Doch das war nicht das Einzige, war wir über die Häuser wussten. Bereits seit Monaten geht die Wiederbelebung der Hausbesetzerszene durch die Medien und ist nicht zuletzt in der Kölner Politik eines der Top Gesprächsthemen. Und auch die zahlreichen, aus den Fenstern hängenden Plakate ziehen seit geraumer Zeit die Blicke der S-Bahnfahrer und der Messebesucher an. Sprüche wie „Barmer Viertel erhalten“ oder „Freiräume schaffen“ drücken die Wünsche der Hausbesetzter aus.

Als wir das Barmer Viertel mit einem leicht mulmigen Gefühl betreten, ist nur noch einer der zahlreichen Eingänge offen. Die anderen sind bereits aus Angst vor der Räumung durch herausgerissene Heizungen blockiert. Während wir an Gerümpel und Müll vorbei in den Innenhof gehen, steigt uns ein muffiger Geruch in die Nase. Der riesige Innenhof ist mit diversen Flaschen und alten Möbeln übersät. Auch wenn wir bis hierher noch niemandem begegnet sind, haben wir das Gefühl zu stören und beobachtet zu werden. Schon bald kommen wir in das nächste Treppenhaus, in dem die Wohnung unserer ehemaligen Klassenkameradin ist. Nach mehrmaligem Klopfen an der Tür meldet sich eine verschlafene Stimme, die uns recht freundlich herein bittet. Es ist einer der beiden neuen Mitbewohner des Mädchens, das elf Jahre mit uns in dieselbe Klasse ging. Mehrere alte Flaschen, Zigarettenpackungen und anderer Müll verteilt sich über den Fußboden. Zu unserer Linken kann man eine Art Partyzimmer erkennen, wobei eigentlich das ganze Gebäude mitsamt dem Innenhof nach Party aussieht. Schräg gegenüber befindet sich eine Art Schlafzimmer. Drei Matratzen liegen verstreut auf dem Boden, von einer gähnt uns der verschlafene Punk, der uns eben herein gebeten hat, entgegen. Unsere Freundin ist nicht da. Trotzdem hat er nichts dagegen, sich mit uns für eine Weile zu unterhalten. Mit der Zeit erzählt er uns, dass er ursprünglich aus Hamburg kommt. Dass er im Barmer Viertel gelandet ist, ist eher Zufall und war nicht beabsichtigt. Nun lebt er bereits seit Mitte März hier, und auf die Frage, wie er nach Köln kommt, meint er: „Irgendwie bin ich hier wohl versackt.“ Als Haustier hält er sich eine Ratte, die er „Hitler“ nennt, und um die er sich liebevoll kümmert.

Er berichtet uns von seiner ersten Hausbesetzung, die er bereits mit 14 Jahren unternommen hat. Seitdem zieht er von Haus zu Haus, egal ob in Hamburg, Rostock oder Köln. Außerdem sind seine Erfahrungen mit Drogen unser Gesprächsthema. Auch wenn wir ihn nicht weiter fragen, beginnt er immer wieder aufs Neue von seinen Trips und diversen Partys zu erzählen. Das Drogen eine wichtige Rolle in seinem Leben spielen, ist uns von der ersten Minute an bewusst.

Während seiner Lebensgeschichte entschuldigt er sich immer wieder für das Chaos und den Geruch, der im Zimmer herrscht. Doch zumindest für die zahlreichen Kornflaschen auf dem Balkon sollen wir doch Verständnis haben, schließlich werden diese im Falle einer Räumung zur Verteidigung noch gebraucht. Was die alltäglichen Bedürfnisse betrifft, müssen sich die Bewohner des Barmer Viertels an einiges gewöhnen. Strom und Wasser sind in den Wohnungen abgestellt. Unser Gesprächspartner hat seine eigene Lösung: „Ich pinkel' halt vom Balkon.“

Am Wochenende kommt Leben ins Barmer Viertel. Jugendliche reisen aus ganz Deutschland an, um hier ausgelassene Parties zu feiern. Zerbrochene Fensterscheiben und rum liegende Bierflaschen interessieren hier niemanden, von daher kann es hier richtig abgehen. Anderen ist das Feiern nicht wichtig, und so stürmen sie Ratssitzungen der Stadt Köln, damit ihr Wohnblock nicht neuen, unbezahlbaren Wohnungen weichen muss.

Leider haben wir unsere Freundin nicht gefunden. Die Zeit während unseres Besuches ging trotzdem unglaublich schnell um. Egal, ob politisch links Engagierte, Rechtsradikale, Party feiernde Jugendliche und Obdachlose, seit ein paar Monaten bietet der Deutzer Häuserblock ein neues Zuhause für sie. Und auch wenn sich zu Beginn keiner wirklich für die wiedergeborene Hausbesetzerszene interessierte, wollen inzwischen selbst Kölns Studenten im Falle einer Zwangsräumung dagegen protestieren.
(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
"Fraktion der Vernunft" im Workshop? Hoffnungen der Initiative auf Erhalt des Barmer Viertels [ NRhZ - 16.05.2006] VON PETER KLEINERT / Die Initiative Barmer Viertel gibt nicht auf. Trotz eines ersten Räumungsversuchs des dabei von angemieteten Securitys unterstützten Erbbauvereins im Einvernehmen mit der Stadt Köln (die NRhZ berichtete darüber am 11. Mai) hat die Initiative inzwischen ein wirtschaftliches Konzept für die Gründung einer Genossenschaft entwickelt. Diese und ihr Konzept sollte am Montagabend „als Alternative zu den Ergebnissen des Workshops“ der Stadt im Rahmen von dessen Pressekonferenz vorgestellt werden, um den drohenden Abriß der Häuser zu verhindern. Weil ihr das nicht erlaubt wurde, wird die Initiative am Mittwoch mit einer eigenen Pressekonferenz in die Öffentlichkeit gehen.

Oppenheim-Bank: Mittlerweile keinerlei Interesse mehr

Die Hoffnungen der Initiative und Besetzer des Viertels stützen sich, wie es in einem Offenen Brief an die Fachleute im Workshop heißt, darauf, dass sich in dessen letzten Sitzungen „eine Fraktion der Vernunft“ gegen die Abbruchbefürworter zu Wort gemeldet habe. Diese habe durchsetzen können, „dass nun auch über Wohnen im Barmer Viertel geredet werden“ dürfe. Damit sei „das Denkverbot der Kölner Grundstücksmafia gefallen, welche auch dieses Gelände zum Spekulationsobjekt für fragwürdige Profitinteressen auf Kosten der Stadtkassen machen wollte“.

Während sich die Stadtverwaltung noch im Dezember damit gebrüstet habe, es sei ihr gelungen, „Moderne Stadt/Modernes Köln nachhaltig für das Projekt zu interessieren“, lege das Bankhaus Sal. Oppenheim mittlerweile Wert auf die Feststellung, dass „Moderne Stadt keinerlei Interesse hat, auch nur Teile des genannten Barmer Viertels zu erwerben“. Damit scheine nun „auch der letzte ernsthafte Interessent für den Block das Weite gesucht zu haben“. Im Rathaus spreche man schon von 10 bis 15 Jahren „wie beim Mediapark“, bis es gelingen werde, das Gelände neu zu bebauen.

Erhalt des Viertels durch neue Genossenschaft?

Die Initiative habe sich „deshalb mit Fachleuten zusammengesetzt und Pläne entwickelt, wie der historische Barmer Block dauerhaft erhalten und in die Neubauplanung integriert werden kann“. Vorgesehen sei der Erwerb der Häuser durch eine Genossenschaft.

Wir erwarten, heißt es in dem Offenen Brief, „dass Sie diese Planung nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern auch in Ihrem Votum berücksichtigen“. Sollte dies geschehen, stehen die bislang den Erbbauverein zu einem Abriss innerhalb der nächsten zwei Wochen drängenden Vertreter von Stadtverwaltung sowie die Verantwortlichen der Ratsfraktionen von CDU, SPD und Grünen vor einem Problem. Sie nämlich hatten den Workshop unter dem Druck von Jusos, Grüner Jugend, Links-Fraktion, der Initiative Barmer Viertel und anderer Initiativen und Unterschriftensammlungen selbst beauftragt, ein Bebauungskonzept für das Viertel zu erarbeiten.

Vorbereitungen auf den schlimmsten Fall

Um Unterstützer für den schlimmsten Fall einer trotzdem drohenden Räumung durch den Erbbauverein zu finden und zu motivieren, hat die Initiative in den letzten Tagen mehrere Veranstaltungen durchgeführt. Am Freitag organisierten Filmhochschule und neue Bewohner des Barmer Blocks gemeinsam einen Filmabend. Am Samstag kam es zu einem Treffen mit Studenten, die sich mit Unterstützung des Studentenwerks vom Erhalt der Häuser preiswerte Wohnmöglichkeiten erhoffen.

Nach der geforderten gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Workshop am Montag ist für Dienstag, 13 Uhr, ein Treffen im Barmer Block geplant, um sich - von dort aus - „nochmal einen Abrissverantwortlichen vorzuknöpfen“. Abends ab 18 Uhr wird im Barmer Block das weitere Vorgehen besprochen, wobei für Donnerstag, 18. Mai, 15.30 Uhr ein Besuch der Ratssitzung im Spanischen Bau bereits fest eingeplant ist. Dem Rat liegen für diese Sitzung sowohl Anträge zum Thema Barmer Block wie zur polizeilichen Räumung des Uni-Rektorats vor. Freitag, 19. Mai, veranstalten die „Radio Active Toys“ abends gegen 21 Uhr ein Konzert im Barmer Block.

Drei neue Konzepte für die Stadtentwicklung

Dass sich Barmer Initiative, Besetzer und Deutzer Bevölkerung lieber nicht auf die „Fraktion der Vernunft“ im Workshop, sondern auf die eigene Kraft verlassen sollten, legt ihnen eine dpa-Meldung nahe, der der Kölner Stadt-Anzeiger am Montag die Überschrift „Neue Konzepte für die Stadtentwicklung“ gab. Danach liegen der Stadt „nun drei neue Konzepte für die Stadtentwicklung“ auf der „rechten Rheinseite“ vor. Diese „ würden in vier Wochen dem Stadtentwicklungsausschuss vorgelegt“. Laut Baudezernent Streitberger sei nach der von der UNESCO abgewehrten ursprünglichen Hundert Meter und höher-Hochhausplanung „nun kein Vorschlag höher als 60 Meter“. Laut Kölnische Rundschau sind diese „Konzepte“ das Ergebnis des Workshops. Deren Reporter erzählte Streitberger jedenfalls angeblich, „alle drei vorgelegten Konzepte seien von hoher Qualität“. Und: „Alle Arbeiten stehen mit beiden Beinen auf dem Boden“. Gemeinsam sei den Entwürfen auch, dass alle die Möglichkeit zuliessen, „nahe dem Deutzer Bahnhof, wie bereits früher geplant, ein Hotel, ein Kongresszentrum oder, wie jüngst diskutiert, ein Musicaltheater zu bauen“.

Faßt man die Mitteilungen der beiden Schwesterblätter aus dem Verlag M.DuMont Schauberg zusammen, dürfte nach der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses in vier Wochen darüber entschieden werden, ob der Barmer Block zugunsten des auch von den Grünen an seiner Stelle favorisierten Musicaltheaters abgerissen wird und ob ein Fonds der Oppenheimbank „einen neuen Rahmen für Deutz“ bauen lassen darf. So jedenfalls die Überschrift der Rundschau.

Pressemitteilung der Barmer Initiative

Die Barmer Initiative bleibt trotzdem weiter optimistisch. In einer Pressemitteilung vom Montag heißt es:

"Hochbaudezernent Bernd Streitberger hat heute die Ergebnisse des Workshops Barmer Viertel vorgestellt. Als wesentliches Ergebnis lässt sich aus unserer Sicht festhalten, dass der alte Bebauungsplan dahingehend geändert werden soll, dass der geplante breite Grünstreifen am Südrand, der sich durch den Barmer Block zöge, entfällt und die geplante Bebauung im wesentlichen den bestehenden Blockgrenzen des historischen Barmer Blocks folgt. Auch der Messe-Südausgang, das geplante Kongresszentrum und eine evtl. Musikhalle stehen weiter westlich und vertragen sich mit der vorhandenen Bebauung. Außerdem ist jetzt wieder eine Mischung von Wohnen und Gewerbe vorgesehen. Es ist an den Modellen auch ersichtlich, dass eine vorgesehene Neubebauung nicht wesentlich höher wäre, als die bestehende.

Damit sind die wesentlichen Voraussetzungen für eine Erhaltung der historischen Bebauung, wie sie die Initiative Barmer Viertel seit Monaten fordert, erfüllt. Im nächsten Stadtentwicklungsausschuss kann nun im Rahmen der Erstellung des neuen Bebauungsplans auch wieder über eine Erhaltung der historischen Bebauung nachgedacht werden.

Erster Investor wird in Pressekonferenz vorgestellt

Die Initiative Barmer Viertel wird deshalb am kommenden Mittwoch eine Pressekonferenz abhalten, in der sie den ersten Investor für dieses Gebiet der Öffentlichkeit präsentiert. Es handelt sich um die Genossenschaft Barmer Block eG i.G., welche eine Mietergenossenschaft für Wohnen und Gewerbe im Messegarten-Karrée in Köln-Deutz vorstellen wird. Sie wird für das Gelände einen Preis bieten, der, da sie die Gebäude erhält, zumindest nicht niedriger liegen wird, als der, für den die Verwaltung das Gelände bisher angeboten hat.

Diese Planung biete:

Die Initiative erwartet, dass der von ihr vorgeschlagene Investor genauso behandelt wird, wie die Stadt Köln es allen potentiellen Investoren gelobt hat, dass seine Angebote nämlich ernsthaft geprüft und seine Vorstellungen bei der Planung berücksichtigt werden. Wir sehen diesen Vorschlag auch als einen Weg, wie die bisher friedliche Besetzung friedlich beendet werden kann."

Baudezernent Streitberger wird sich davon kaum beeindrucken lassen. Er und andere Teilnehmer des Workshops scheinen eindeutig den dort vorgestellten Entwurf des Kölner Planungsbüros Jaspert, Steffens, Watrin und Drehsen zu favorisieren. Dazu gehören vor allem auch die an dem Workshop offiziell beteiligten Vertreter der Messegesellschaft. Die Ratssitzung am Mittwoch wird deshalb mit einiger Spannung erwartet.

Informationen unter 0171/1723008 und barmerviertel@ina-köln.org sowie barmerviertel.ina-koeln.org

(NrhZ - Online-Flyer Nr. 44 vom 16.05.2006)
(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
STIMMEN ZUM WORKSHOP-ERGEBNIS [ Kölnische Rundschau - 16.05.2006] /

Karl Jürgen Klipper (CDU): Der JSWD-Entwurf, für den auch ich gestimmt habe, berücksichtigt am deutlichsten die Belange des wichtigsten Nutzers, der Messe. Er lässt sich wirtschaftlich umsetzen und ist auch eine städtebauliche Bereicherung. Ich werde ihn der Fraktion empfehlen.

Eva Bürgermeister (SPD): Es gibt für alle drei, vor allem aber für die beiden erstplatzierten Entwürfe, gute Argumente. Wir werden das Workshop-Ergebnis nun mit offenem Ausgang innerhalb der Fraktion diskutieren müssen.

Barbara Moritz (Grüne): Wir werden mit allen drei Entwürfen aus städtebaulicher Sicht hervorragend leben können. Die Frage ist, welcher sich am besten und ohne Vorleistung der Stadt realisieren lässt und inwieweit der Messe-Eingang betont werden soll.

Ralph Sterck (FDP): Der Astoc-Entwurf versteckt die Messe, ich halte das für falsch. Dagegen betont JSWD das Messe-Entree durch Terrasse und Freitreppe, was ich überzeugend finde. Wer sich vom Deutzer Bahnhof der Messe nähert, wird gleich wissen, wo er den Eingang findet.

Barbara Precht von Taboritzki (Icomos): Aus Sicht der Unesco ist die einheitliche Höhe von über 30 Metern, wie sie der Entwurf von Astoc vorsieht, schwierig. Die Höhendifferenzierung, wie sie das Büro JSWD vorschlägt, ist trotz einzelner höherer Häuser da weniger problematisch. Voraussetzung ist aber, dass die Traufhöhe von 60 Metern in keinem Fall überschritten wird.

Alrun Griepenkerl (Kölnmesse): Wir favorisieren den Entwurf von JSWD nicht nur, weil wir die Frage der Gestaltung des Südeingangs am besten gelöst sehen, sondern auch, weil in dieser Planung einige höhere Häusern auch weithin sichtbar auf die Messe aufmerksam machen.

(KR)
(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Bekommt die Messe ihren großen Auftritt? [ Kölnische Rundschau - 16.05.2006] VON CHRISTIAN DEPPE / Bekommt die Kölner Messe am Deutzer Bahnhof den großen Auftritt oder verschwindet sie weitgehend hinter der neuen Bebauung des Barmer Viertels? An dieser Frage entscheidet sich nach Abschluss des Workshops zur Rahmenplanung für das Rechtsrheinische, welcher der drei städtebaulichen Entwürfe letztlich realisiert wird. 21 der 50 Teilnehmer votierten am späten Freitagabend für die Planung des Büros Jaspert, Steffens, Watrin und Drehsen (JSWD), 14 für den Entwurf von Astoc / KCAP und fünf für den Beitrag von Trojan + Trojan.

Der Dezernent für Stadtentwicklung, Bernd Streitberger, würdigte alle drei Entwürfe als „robust“ hinsichtlich der Realisierbarkeit und „flexibel“, was die Nutzungsvarianten und architektonische Ausgestaltung angeht. Alle drei Entwürfe lassen die Möglichkeit zu, südlich der Messe ein Musicaltheater, ein Kongresszentrum oder ein Hotel zu bauen. Gemeinsam sei den Entwürfen auch, dass sie das Gelände gut auslasten. Auch wenn die Maximalhöhen in allen Entwürfen moderat bemessen sind, sei die zu erzielende Bruttogeschossfläche mit 170 000 bis 180 000 Quadratmetern unwesentlich geringer als die des früher geplanten Hochhauskranzes.

Der Entwurf von Trojan + Trojan fand schon deshalb keine Mehrheit, weil er eine neue Querung zwischen dem Ottoplatz und dem Messe-Eingang Süd vorsieht, die nur mit größtem Aufwand zu realisieren wäre. Der Entwurf wird geprägt durch ein bekränztes Gebäude im Westen und ein höheres Haus in der Mitte des heutigen Barmer Viertels.

Der Entwurf von Astoc / KCAP besticht durch die klare, einheitliche Form der über 30 Meter hohen, zehngeschossigen Bebauung. Sie besteht aus in sich flexiblen Gebäudekomplexe, die „wie eine Wand“ vor die Messe und ihre Logistikzone geschoben sind. Der Messeeingang durchbricht einen der Gebäudekomplexe, wird quasi „eingebaut“. Zwischen Bahnlinie und Gebäuden entsteht ein schlanker Platz, der in seiner westlichen Fortsetzung eine Verbindung zum Rhein bildet.

Auch der Entwurf des Büros JSWD, von dem auch die ursprüngliche Rahmenplanung stammte, hält die Logistikflächen der Messe frei. Vor dem Entree erstreckt sich ein repräsentativer „Messebalkon“ mit Freitreppe. Sie führt auf einen Platz, der sich ebenfalls zum Rhein hin öffnet. Die Bebauung weist unterschiedliche Höhen auf, im Entwurf ist ein Haus in der Mitte des Geländes mit 80 Metern das höchste. „Diese Höhe werden wir aber nicht akzeptieren“, so Streitberger. „Wir haben gesagt: 60 Meter, Ende der Durchsage.“

Die Abstimmung sei kein verpflichtendes Votum, unterstreicht der Dezernent, der dem Entwurf von Astoc viel abgewinnen kann. Er wisse noch nicht, was er dem Stadtentwicklungsausschuss empfehle, der vor der Sommerpause eine Entscheidung treffen will. KOMMENTAR S. 26

(KR)
(Pressespiegel zu Dokumentationszwecken)
Gekippte Hochhauspläne in Köln: Neue Konzepte für Stadtentwicklung [ Kölnische Rundschau - 15.05.2006] / Köln - Nach dem Wirbel um den Kölner Dom als gefährdetes Kulturerbe und den gekippten Hochhausplänen für die rechte Rheinseite liegen nun drei neue Konzepte für die Stadtentwicklung vor. «Nach dem Abschied von den Hochhäu