Barmer
Viertel - Kein
Abriss für Parkplätze
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Räumung
Der ZDF Länderspiegel-Beitrag vom 22.04.2006+++
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+++ Ratssitzung
4.4. - Die Reden (mehr
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Hilfe, Vandalismus. Die Initiative Barmer Viertel fordert den Rücktritt von OB Fritz Schramma. (mehr) Broschüre Köln erbärmlich - Der Abriss des Barmer Viertels Hintergrund-Eindrücke-Fotos-Flyer-Chronik-Ausblick (mehr) 30.11.2007 28.11.2007 Wir haben als Bürger wegen dieser himmelschreienden Ungerechtigkeit den Fall Rüdiger vor den Beschwerdeaus-schuss des Rates gebracht, und der Ausschuss war der Mei-nung, den Eheleuten sei Unrecht geschehen. Im Ausschuss wurde in öffentlicher Sitzung beschlossen, Frau Rüdiger solle 1. bei der Suche
nach einer neuen Wohnung Unterstützung erhalten und die Umzugskosten
erstattet bekommen Als der Beschluss
uns als den Beschwerdeführern zugestellt wurde, waren darin allerdings
nur die Hilfe bei der Suche einer Wohnung und die Unterstützung
bei der Gründung einer neuen wirtschaftlichen Existenz erwähnt.
Die Entschädigung für das zerstörte Lokal fehlt genauso
wie die Umzugskosten. (mehr)
(PDF-Flyer
177 KB) Unterschriftenlisten
gibt es hier. Peter Kleinert: Die Ermittlungen gegen Oberbürgermeister Schramma wegen des Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Messehallen sind eingestellt worden. Der Kölner Stadt-Anzeiger hat diese Entscheidung durch Sprecher von vier Fraktionen im Stadtrat kommentieren lassen, aber durch DIE LINKE nicht. Also tun wir das jetzt. Ist das bei der Kölner DuMont-Presse eigentlich üblich? Passiert Ihnen so etwas öfter? Claus Ludwig:
Das passiert nicht immer, aber oft. Gerade wenn wir als Einzige oppositionelle
Ideen vertreten, tauchen wir nicht in den DuMont-Zeitungen auf. Ich
möchte allerdings nicht die Ungerechtigkeit der Welt beklagen,
sondern darauf hinweisen, dass die Linke und die sozialen Bewegungen
in dieser Stadt offensiver und frecher werden müssen, um Situationen
zu erzwingen, in denen wir nicht ignoriert werden können.
(mehr) 10.08.2006 Besetzung, Räumung und Abbruch des Barmer Blocks haben ein Medienecho erzeugt, das weit über Köln hinausging und geht und an zwei andere Ereignisse anknüpfte, die ebenfalls im Bereich der Messe liegen: der Skandal um den Bau der neuen Messehallen und der Skandal um den Verkauf der alten Messehallen. Alle drei haben die Öffentlichkeit bewegt. Während bei den ersten beiden aber der Oberbürgermeister und seine Verwaltung im Mittelpunkt standen, waren es hier DIE GRÜNEN, oder besser die Auseinandersetzung der Besetzer mit DEN GRÜNEN und die Auseinandersetzung innerhalb DER GRÜNEN. Der Verfasser,
der seit vielen Jahren in Initiativen arbeitet und den Aufbau DER
GRÜNEN von Anfang an begleitet hat, will versuchen, die Rolle
und die Funktion der GRÜNEN Partei auf dem Hintergrund der Geschehnisse
zu betrachten. Dabei soll versucht werden, das Verhältnis DER
GRÜNEN zu den Initiativen zu beleuchten und Vorschläge zu
machen, die DEN GRÜNEN auf der einen Seite als parlamentarische
Vertretung, den Initiativen auf der anderen Seite als parlamentarisch
Vertretene erlauben, ihre Zusammenarbeit zu verbessern. (mehr) |
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Heinrich Pachl Liebe Freundinnen und Freunde des aufklärenden Kunsthandwerks und Theaters als moralischer Anstalt, die allseits sehr gelobte Klüngelklamotte KÖLN IST KASSE! zieht aus gegebenem Anlass an den Ort des Skandals, nach Deutz, dort, wo sich die Kräne der Investoren drehen und die Schulden der Kölner Bürgerinnen und Bürger in die Erde versenkt werden - ins letzte Haus des sonst abgerissenen Barmer Viertels, in die Gaststätte "ZUR POST". TERMINE: 20.- 22. November und 13. - 15. Dezember 2006, jeweils 20.00 Uhr ORT: Gaststätte "ZUR POST" Deutz-Mülheimer Str. 33 (KVB Haltestelle Kölnarena/Bf Deutz oder Linie 3+4 Haltestelle MESSE - OST) K A R T E N - V O R B E S T E L L U N G (sehr empfohlen, da begrenzte Zuschauerzahl) Theater im Bauturm, Tel. 0221 - 524242 |
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14.12.06
HALTET DEN DIEB!
Rainer Kippe, Initiative Barmer Viertel / Heute,
am 14.12.2006, beschäftigt sich der Rat mit der Vergabe des Baus der
Messehallen an den Eschfonds. Das Kölner Bürgerbündnis fordert
gemeinsam mit der Fraktion DER LINKEN.KÖLN eine Überprüfung
durch einen unabhängigen Gutachter, nachdem andere bereits die Einschaltung
des Rechnungsprüfungsamtes der Stadt Köln beschlossen hatten.
Drei Jahre zu spät. Die dem Geschäft zugrunde liegenden Beschlüsse
des Rates liegen nunmehr drei Jahre zurück. Mit Ausnahme der PDS hatte
damals an der Vergabe niemand etwas auszusetzen, und die Vorlagen der Verwaltung
fanden eine breite Mehrheit im Rat. Auch die Vertreter der Parteien im Aufsichtsrat
der Messe haben alle zugestimmt.
Wenn das Kind im Brunnen liegt... Die gewünschten Gutachten werden
keinen Euro zurückholen, denn Oppenheim-Esch &Co werden die ihnen
leichtfertig zugestandenen Gewinne bis zum letzten Cent aus den Taschen der
Bürger und Steuerzahler herausholen. In Wirklichkeit sollen die Gutachten
nur davon ablenken, dass unsere gewählten Vertreter ihre Arbeit nicht
gemacht haben.
Die vornehmste Aufgabe des Rates ist die Kontrolle der Verwaltung. Nach
der Parole "Haltet den Dieb" soll nun dem Chef der Verwaltung, OB
Schramma und seinem Kämmerer Soénius die ganze Verantwortung zugeschoben
werden. Beschlossen wurden diese Geschäfte aber nicht von OB Schramma
und auch nicht vom Kämmerer Soénius, sondern von den gewählten
Ratsmitgliedern. Sie hätten sich kundig machen müssen, bevor sie
zustimmen. Dazu sind sie laut Gemeindeordnung verpflichtet.
Vergnügungsreisen und Steuergeschenke.
Der Skandal um die Reisen der Ratsmitglieder in den Aufsichtsräten der
städtischen Gesellschaften und die vom Rat rechtswidrig beschlossene
Rückvergütung ihrer dafür gezahlten Steuern hat gezeigt, dass
die meisten nicht im Rat sitzen, um dem Wahlvolk zu dienen, sondern um persönlicher
Vorteile willen oder um ihre persönliche Eitelkeit zu befriedigen.
Die Stunde der Rattenfänger...
DIE GRÜNEN trieben als Ratsopposition die Altparteien jahrelang mit schonungsloser
Kritik vor sich her. In den jüngsten Bündnissen mit CDU und SPD
haben sie sich als Mehrheitsbeschaffer verbiegen lassen. Vom jetzigen Zustand
des Kölner Rates profitiert nur eine Fraktion, und das sind die Rechtsradikalen.
...oder die Stunde der Wahrheit Jetzt hilft nur noch die rückhaltlose
Offenheit jedes einzelnen Ratsmitgliedes. Eschfonds, Messehallen, Abbruch
des Barmer Viertels, Steuergeschenke: alles muss auf den Tisch, jeder einzelne
muss sich seiner Verantwortung stellen, damit die Demokratie in Köln
noch eine Chance hat. (Flyer
PDF 120 KB)
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02.12.2006
So
kann es nicht weitergehen
AN
ALLE MITGLIEDER UND FREUNDE DER GRÜNEN PARTEI !
Rainer
Kippe, Initiative Barmer Viertel / Seit einigen Wochen ermittelt die
Staatsanwaltschaft Köln u.a. gegen Mitglieder der Kölner Ratsfraktion
der GRÜNEN. Diese haben auf der Ratssitzung im Juni gemeinsam mit SPD,
CDU und der FDP beschlossen, dass die städtischen Gesellschaften (wie
die Koelnmesse oder die Rheinenergie) denjenigen Ratsmitglieder, die als Mitglieder
des Aufsichtsrates an Besichtigungsreisen teilgenommen haben, ihre persönlichen
Steuern erstatten müssen. Diese Steuern fallen für denjenigen Teil
der Aufsichtsratsreisen an, welcher vom Finanzamt als privates Vergnügen
eingestuft worden ist, wie zum Beispiel Opernbesuche. Insgesamt ist von mehr
als 300.000 Euro die Rede. Im Einzelnen will die Staatsanwaltschaft nun prüfen,
welche Ratsmitglieder sich durch diesen Beschluss in welcher Höhe selbst
zu begünstigen versucht haben. Akten wurden beschlagnahmt, die Ermittlungen
dauern an. Der Rat wartet wie gelähmt auf das Ergebnis. Diese
Vorgänge sind nach den Erfahrungen der letzten Kölner Jahre nicht
so außergewöhnlich. Zu viele Verfahren sind an uns vorbeigezogen,
zu viele laufen noch. Zu oft wurden allmächtige Provinzfürsten über
Nacht zu reuigen Sündern und frommen Büßern, fielen Parteien
von den höchsten Höhen der Wählergunst ins schwarze Loch der
Opposition, mussten ihre politischen Beamten hart erkämpfte Posten räumen.
Neu ist daran nur, dass diesmal DIE GRÜNEN mit betroffen sind, die Partei,
die nie in Affären verwickelt war, die vielmehr angetreten war, um Transparenz
und Aufrichtigkeit in der Politik durchzusetzen. Wie
das Verfahren auch ausgehen wird, in der öffentlichen Wahrnehmung haben
DIE GRÜNEN ihre Unschuld schon jetzt verloren. Ihr Nimbus der Unbestechlichkeit
ist dahin, und davon werden sie sich in Köln nicht wieder erholen. Im
Gegenteil, bei den Altparteien ist ein Aufatmen zu spüren: endlich sind
DIE GRÜNEN im politischen Alltag angekommen, im Klüngel, den sie
früher nicht müde wurden, anzuprangern. .
Dabei ist bei DEN GRÜNEN
schon lange etwas faul. Spätestens seit den Beschlüssen für
den Abbruch des Barmer Blocks, die niemandem zu vermitteln waren, ist selbst
gutwilligen Beobachtern klar geworden, dass die Ratsfraktion sich von SPD
und CDU in undurchsichtige Geschäfte hat einbinden lassen. Dem Bau der
Messehallen durch den Esch-Fonds haben DIE GRÜNEN im Rat genauso zugestimmt
wie im Aufsichtsrat der Messe. Wenn die Stadt demnächst den Bankrott
erklären muss und der Sparkommissar im Rathaus das Ende einer selbständigen
Kommunalpolitik verkündet, werden DIE GRÜNEN mitverantwortlich sein.
Zur Aufklärung dieser Skandale geschieht von ihrer Seite nichts, im Gegenteil
fordern sie Aufklärung für das, was sie selbst mit beschlossen haben.
Erstaunlich nur, dass bei den Kölner GRÜNEN von diesem Zustand niemand
etwas zu merken scheint. Die Ratsfraktion schottet sich ab, die Parteispitze
schweigt und Mitglieder des inneren Zirkels warnen in bekannter Manier vor
"Vorverurteilungen". Kritik von Mitgliedern, auch wenn diese altgediente
Ratsmitglieder sind, wird nicht veröffentlicht, kritische Äußerungen
von außen werden überhaupt nicht kommentiert, Kritiker persönlich
diffamiert. Jetzt, wo sie selbst in der Kritik stehen, bieten die Grünen
den gleichen Anblick, den sie bei anderen Parteien stets gegeißelt haben.
SO KANN ES NICHT WEITERGEHEN! DIE GRÜNEN sind für unsere innerstädtische
Demokratie unverzichtbar!
Nur mit einer funktionierenden offenen und kritischen
grünen Partei können wir erreichen, dass die Initiative der Bürger
stark bleibt.
Nur so können wir verhindern, dass Köln in Klüngel und Vorteilsnahme
versinkt.
Nur rücksichtslose
Offenheit und vorbehaltlose Aufklärung können DIE GRÜNEN noch
vor dem Absturz retten.
Deshalb bitten wir Sie,
als Mitglieder und Freunde DER GRÜNEN, von Ihren demokratischen Rechten
Gebrauch zu machen. Schreiben Sie an den Parteivorstand und fordern Sie ihn
auf, eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen, auf der
alle Funktionsträger zu allen Fragen Rede und Antwort stehen. (Flyer
PDF 143 KB)
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18.11.2006
Ermittler prüfen Reisen der Messe
Affäre um Touren von Aufsichtsräten weitet
sich aus - Stadtspitze war seit Monaten informiert
Die Messe informierte die Staatsanwaltschaft über eine Reise nach Valencia.
KStA / ANDREAS DAMM / Die Ermittlungen im Zusammenhang
mit Aufsichtsratsreisen städtischer Unternehmen weiten sich aus. Nach
Informationen des "Kölner Stadt-Anzeiger" wird die Staatsanwaltschaft
auch eine Reise des Messe-Aufsichtsrates prüfen, an der Oberbürgermeister
Fritz Schramma als Vorsitzender des Gremiums teilgenommen hat. Die dreitägige
Tour führte in die spanische Stadt Valencia, die gerade neue Messehallen
gebaut hatte. Eine Stadtrundfahrt und eine Besichtigung der Kathedrale gehörten
ebenfalls zum Programm. Wie die Staatsanwaltschaft am Freitag bestätigte,
hat die Messe von sich aus über die Reise im Jahr 2003 informiert; man
werde alle in Frage kommenden Unterlagen aushändigen.
Am Vortag hatte die Kriminalpolizei sechs städtische Gesellschaften,
darunter Rhein-Energie und die Kölner Verkehrs-Betriebe, durchsucht und
Akten sichergestellt. Weil die von den Unternehmen finanzieren Fahrten zum
Teil privaten Charakter gehabt haben sollen, stehen Aufsichtsratsmitglieder
und Vorstände im Verdacht, Firmengelder veruntreut zu haben. Noch hat
die Staatsanwaltschaft die Namen der Beschuldigten nicht genannt; zunächst
müssten die Teilnehmerlisten ausgewertet werden. Einer Schätzung
im Rathaus zufolge könnte gegen etwa 50 Kommunalpolitiker und ebenso
viele Arbeitnehmervertreter und Manager städtischer Gesellschaften ein
Verfahren eingeleitet werden.
Auf Grund eines
Urteils des Bundesfinanzhofes aus dem Jahr 2005 muss der private Anteil von
Aufsichtsratsreisen von den einzelnen Mitgliedern versteuert werden. Der Rat
hat im Juni 2006 beschlossen, dass die Unternehmen den Aufsichtsräten
die Steuernachzahlungen erstatten sollen - allein für Rhein-Energie,
KVB und Hafengesellschaft eine Summe von nahezu 300 000 Euro. "Diese
Ratsentscheidung war instinktlos und selbstherrlich", findet Jörg
Detjen von der Fraktion "Die Linke.Köln", die dagegen gestimmt
hatte.
Offenbar hält nicht nur die Staatsanwaltschaft dieses Vorgehen für
rechtswidrig. Nach einer juristischen Prüfung fand es die Messe-Führung
problematisch, die Steuern für ihre Aufsichtsratsmitglieder zu begleichen.
Das wiederum veranlasste Kämmerer Peter-Michael Soénius in der
vorigen Woche, die Stadtwerke aufzufordern, den fragwürdigen Ratsbeschluss
nicht umzusetzen. Allerdings hatten die Unternehmen zu diesem Zeitpunkt die
Nachzahlungen ihrer Aufsichtsratsmitglieder an das Finanzamt bereits erstattet.
Womöglich hätte die Stadtspitze den Tochterunternehmen die Razzia
ersparen können. Im August 2006 hatte die Staatsanwaltschaft den Oberbürgermeister
über ihre Vorermittlungen schriftlich informiert und um "Unterlagen
zu der Beschlussvorlage" gebeten. Soénius übersandte daraufhin
zwar den Ratsbeschluss, nicht aber die Reise-Akten. Das sei Sache der einzelnen
Unternehmen. Die Ermittler wer- teten die Antwort aus dem Rathaus als mangelnde
Bereitschaft zur Zusammenarbeit - und beantragten einen Durchsuchungsbeschluss.
Soénius wies den Vorwurf zurück. Er habe der Anfrage nicht entnehmen
können, welche Informationen die Staatsanwaltschaft im Einzelnen verlangte.
Das habe sich auch in einem Telefonat mit dem zuständigen Staatsanwaltschaft
nicht klären lassen. Dazu ein Ermittler: "Die wussten, was wir gerne
gehabt hätten."
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15.11.2006
Hitzige
Debatte über Messe-Affäre
Kölner Bürger Bündnis scheitert mit
der Forderung nach einer Abwahl Schrammas
KStA
/ ANDREAS DAMM / Im Zusammenhang mit der Affäre um den Bau der Messehallen
durch den Oppenheim-Esch-Fonds hat sich der Rat mit einem möglichen Abwahlverfahren
des Oberbürgermeisters Fritz Schramma befasst. Nach längerer Debatte
lehnte eine breite Mehrheit den Antrag des Kölner Bürger Bündnisses
ab, Schrammas Amtsenthebung einzuleiten. Dabei fielen die Reaktionen auf die
Initiative durchaus unterschiedlich aus: "Sie spielen ohne Not mit dem
schärfsten Schwert, das der Rat gegen den Oberbürgermeister erheben
kann", warf CDU-Fraktionschef Winrich Granitzka dem Kölner Bürger
Bündnis vor. "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben", kommentierte
hingegen Grünen-Fraktionsvize Jörg Frank den Antrag.
Schramma selber äußerte sich nicht in dieser Diskussion. Die Staatsanwaltschaft
ermittelt gegen ihn nach wie vor wegen des Verdachts der Untreue. Es geht
um die Frage, ob die Stadt und die Messe mit einem anderen Investor ein besseres
Geschäft hätten machen können. Ein weiterer Aspekt der Affäre:
Die EU-Kommission hat den Verzicht auf eine Ausschreibung als Verstoß
gegen das Vergaberecht gerügt. Sollte sich die Bundesrepublik nicht mit
Brüssel einigen können, drohen hohe Strafzahlungen.
Während der
30-jährigen Vertragslaufzeit wird der Esch-Fonds für die vier Messehallen
und das Kongresszentrum vermutlich mehr als 750 Millionen Euro Miete erhalten.
"Wir haben einen VW bekommen und zahlen einen Rolls Royce", sagte
Martin Müser vom Bürger Bündnis. Er forderte eine Amtsenthebung
Schrammas, weil dieser nicht zur Aufklärung der Affäre beitrage,
sondern Antworten schuldig bleibe. Granitzka warf Müser daraufhin vor,
das Bürger Bündnis wolle sich zulasten des Oberbürgermeisters
und der CDU profilieren.
Auch SPD-Fraktionschef Martin Börschel hielt das Drohen mit einem Abwahlverfahren
für unangebracht. Es sei selbstverständlich, dass sich der Oberbürgermeister
wie auch jeder Ratspolitiker seiner Verantwortung den Bürgerinnen und
Bürgern gegenüber stellen müssten. Aber wenn das Bürger
Bündnis zum jetzigen Zeitpunkt mit einem Amtsenthebungsverfahren drohe,
gehe es "leichtfertig mit einer solchen Waffe um". (mehr im Pressespiegel)
(Pressespiegel zur Dokumentation)
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14.11.2006
Messe-Gutachter soll befangen gewesen
sein
Wesentliche Fragen unbeantwortet
KStA / ANDREAS DAMM UND DETLEF SCHMALENBERG / Das von der Stadt bestellte
Gutachten zum Bau der Messehallen ist von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
erstellt worden, die Kritiker für befangen halten. Wie internen Papieren
der Stadt zu entnehmen ist, die dem "Kölner Stadt-Anzeiger"
vorliegen, hat die Verwaltung mit der Vergabe des Prüfauftrages an ein
Kölner Unternehmen offenbar gegen einen Beschluss des Finanzausschusses
verstoßen.
Das Gutachten über die Kosten der neuen Messehallen ist von der Bezirksregierung
gefordert worden. Regierungspräsident Hans Peter Lindlar verlangte einen
Vergleich der vom Rat gewählten Finanzierung durch den Oppenheim-Esch-Fonds
mit einer Eigenfinanzierung durch die Stadt. Welche Wirtschaftsprüfer
für die Berechnungen in Betracht kommen sollten, hat der Finanzausschuss
des Rates auf Vorschlag der Verwaltung festgelegt: "Mit der Erstellung
des Vergleichs soll - auch im Hinblick auf die geforderte Testierung - ein
unabhängiges, bisher in die Angelegenheit nicht involviertes Wirtschaftsberatungsunternehmen
beauftragt werden", heißt es in einem dem "Kölner Stadt-Anzeiger"
vorliegenden Beschluss vom 28. März 2006.
Drei Unternehmen wurden um Preisangebote gebeten. Nach einer ersten Schätzung
sei mit Kosten von rund 40 000 Euro zu rechnen, teilte die Verwaltung mit.
Den Zuschlag bekam ein Unternehmen, das zu dem Zeitpunkt bereits seit längerem
in Diensten der Stadt stand - und ausgerechnet die Bilanzen des städtischen
Betriebs "Veranstaltungszentrum Köln" prüfte. Dieser Betrieb
nimmt in der Messe-Affäre eine zentrale Rolle ein, weil er die vier neuen
Messehallen vom Esch-Fonds mietet und damit unmittelbar an dem Geschäft
beteiligt ist. (mehr
im Pressespiegel)
(Pressespiegel zur Dokumentation)
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14.11.2006
Rede
von Stadtkämmerer Peter Michael Soénius
... Die Verwaltung hat den Finanzausschuss in der Sitzung am 03.04.2006 (DS-Nr.
0492/006) sowohl über den Anlass der Untersuchung als auch die vorstehenden
Parameter unterrichtet. Der Finanzausschuss hat einstimmig auf der Grundlage
des Vortrags der Verwaltung der Beauftragung eines externen Wirtschaftsprüfers
mit der Erstellung dieses Gutachtens zugestimmt. Im Zuge der Beratung ist
von keiner Seite, auch nicht von der anfragenden Fraktion, eine Ausweitung
des Untersuchungsumfangs gefordert worden. Die Bezirksregierung Köln
als Kommunalaufsicht hat mit Schreiben vom 08.11.2006, das den Fraktionen
vorliegt, festgestellt, dass das Gutachten belegt, dass die eigenfinanzierte
Variante zum entscheidungserheblichen Zeitpunkt gegenüber dem Investorenmodell
nachteilig gewesen wäre. Damit - so führt die Kommunalaufsicht weiter
aus - war die Entscheidung aus kommunalaufsichtlicher Sicht nicht zu beanstanden.
Die kommunalrechtliche Prüfung ist damit abgeschlossen. ... (Homepage
Stadt Köln) (PDF-Download
40 KB)
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14.11.2006
BARMER VIERTEL - Einsamster Wirt ist wieder
da
Express / Er ist wieder da, und das, obwohl alles
um ihn herum weg ist:Gunther Rüdiger (58), Wirt der Deutzer Kneipe Zur
Post, zapft wieder. Und es läuft, sagt der Wirt zufrieden.
Vor einigen Monaten
sah das anders aus: Da wehrte sich der Wirt mit Händen und Füßen,
wollte seine Gaststätte nicht verlassen. Im Barmer Viertel, schon längst
entmietet, sah er seine Wurzeln und Existenzgrundlage. 100.000
Euro hätte ich gebraucht, um mir anderswo etwas Neues aufbauen zu können,
rechnet Rüdiger heute noch vor. Der Knatsch mit der Stadt, der Abriss
der Nachbarhäuser zehrte am Nervenkostüm drei Monate Klinik
waren die Folge. Aber ich habe mich nicht unterkriegen lassen. Und ich
habe Recht behalten. Auch wenn das ganze Gelände platt gemacht wurde
das Geschäft läuft so, dass wir davon leben können.
Es sind vorwiegend Bauarbeiter der umliegenden Baustellen und der Messe, die
zum Essen kommen. Im letzten Monat hatten wir 100, 140 Essen am Tag,
berichtete Gunther Rüdiger. Der Kampf des einsamsten Wirtes hat noch
andere bewegt: Heinrich Pachl hat sich die Kneipe zur Aufführung seiner
realsatirischen Komödie Köln ist Kasse ausgesucht. Darin
geht`s auch um Geld, Macht und Machenschaften. (Pressespiegel
zu Dokumentationszwecken)
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3.11. - 22.11.2006
Abriss
Eine unbequeme Ausstellung
Bürgerhaus
StollwerK, Dreikönigenstraße 23, Köln-Südstadt /
Nicht in unserem Namen - Abriss eines Kölner Wohnviertels / Eine Ausstellung
zum Barmer Viertel
Nach der Zwangsumsiedlung von über 800 Mietern und dreimonatiger Besetzung
ist der Abriss der Häuser im " Barmer Viertel" vollzogen. Die
Ausstellung ist ein politisches Dokument in Fotografien, Bildern und Installationen
über das letzte halbe Jahr eines Widerstandes und macht deutlich, wie
eine Stadt gegen ihre Bürger handeln kann.Eine Veröffentlichung
und ein Diskussionsforum um das "Barmer Viertel" fanden bereits
Beachtung auf der diesjährigen photokina.
Alexandra Bersch, Hans Dieter Hey, Mox, MARxS, Hagan, Martin Schulte, Markus
Rechlin, Blind, Micha, Anneliese Fikentscher, Andreas Neumann, Raphael G.
Haugwitz (Plakatansicht)
Öffnungszeiten: 03.11. - 22.11.2006, 10.00 - 21.00 Uhr, Eröffnung:
03.11.06 - 19 Uhr
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25.10.2006
Grob fahrlässig
StadtRevue / Georg Wellmann/ ... Im Oktober 2003
hatte die Koelnmesse die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst &
Young mit einer "Marktabfrage" beauftragt, zu der auch "die
Konformität mit EU- und Kommunalrecht" gehörte. In einem internen
Schreiben der Wirtschaftsprüfer heißt es: "Eine öffentliche
Ausschreibung ist nach Angaben der Koelnmesse GmbH nicht erforderlich, jedoch
wird darauf hingewiesen, dass dieser Sachverhalt weder von der Koelnmesse
GmbH noch von Ernst & Young rechtlich abschließend geprüft
wurde, so dass keine Haftung für die Richtigkeit dieser Aussage übernommen
werden kann."
Ohne eine Ausschreibungspflicht geprüft zu haben, wurde der Milliarden-Deal
an den Oppenheim-Esch-Fonds vergeben. Ein grob fahrlässiges Vorgehen,
das die Stadt und somit den Steuerzahler noch teuer zu stehen kommen könnte.
Denn sollte das Messegeschäft rückabgewickelt werden, könnten
die Investoren des Oppenheim-Esch-Fonds die Stadt auf Schadensersatz für
entgangene Gewinne verklagen. Zu der Rückerstattung der Investitionskosten
in Höhe von 330 Millionen Euro kämen dann noch die immensen Mietzahlungen
über dreißig Jahre in Höhe von mehr als 750 Millionen Euro.
... ( mehr im Pressespiegel)
(Pressespiegel
zur Dokumentation)
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25.10.2006
Messe-Skandal
- Kämmerer lässt OB
abblitzen
Bild / Die Kluft zwischen OB Schramma und Kämmerer
Peter Michael Soenius, sie wird immer größer. Als es gestern im
Rat um den umstrittenen Auftrag zum Messe-Bau ging, sah sich Schramma erneut
im Recht. Gegen die EU. Sagen Sie doch mal", forderte er seinen Top-Beamten
um Unterstützung auf. Der ging zwar ans Mikro. Aber: "Ich sage gar
nichts." Er wolle die Bewertung der beauftragten Anwälte abwarten.
(Pressespiegel
zur Dokumentation)
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20.10.2006
"Man war noch nicht einmal bereit,
über Fakten zu reden!"
KSTA-Leserzuschrift
/ Prof. Klaus Feinen, Köln / ... Ich hatte vor eineinhalb Jahren
meine Parteispitze in Köln von meiner wirtschaftlichen und rechtlichen
Beurteilung des "Messegeschäftes" in Kenntnis gesetzt. Mein
Gesprächsangebot wurde von keinem der CDU-Politiker in Köln angenommen,
weil alle meinen, sie säßen "auf einem hohen Ross" und
hätten die Wahrheit gepachtet. Jetzt sind sie sämtlich "heruntergeholt"
worden. Dazu zählen natürlich auch der Kölner Regierungspräsident,
der offensichtlich meinte, seinem Berufskollegen Oberbürgermeister durch
eine Verneinung der unverändert geltenden Rückerwerbsverschaffungsgarantie
der Stadtsparkasse helfen zu müssen. Und dann die so klugen Innenminister
Dr. Wolf und Wirtschaftsministerin Thoben, denen ich mindestens je zehn Mails
über den tatsächlichen Sachverhalt habe zukommen lassen. Man war
noch nicht einmal bereit, über Fakten zu reden! Dass man auch noch versucht
hat, das Bundeswirtschaftsministerium in die falschen Bewertungen einzubeziehen,
ist der Höhepunkt. Jetzt sollte es Aufgabe der Medien sein, Druck auf
die jetzt nackt da stehenden Verantwortungsträger auszuüben, damit
der "Deal" unverzüglich rückabgewickelt wird. Übrigens
habe ich dem CDU-Vorsitzenden der Stadt Köln geschrieben, dass ich und
90 Prozent der CDU-Mitglieder sich verbitten, in eine Verteidigungsstrategie
des Klüngelgeschäftes KölnMesse einbezogen zu werden und kein
Verantwortungsträger aus Rat und Verwaltung das Recht hat, für ihre
Fehlleistungen die CDU in Anspruch zu nehmen, geschweige in deren Namen Erklärungen
abzugeben. (Pressespiegel
zur Dokumentation)
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20.10.2006
Wer
bezahlt den Schaden?
ksta-leserzuschrift
/ Ulrich Klinger, Köln /
Nach dieser folgerichtigen Entscheidung aus Brüssel bleiben nur noch
vier Fragen zu stellen. Wann übernehmen der OB und der Stadtkämmerer
die politische Verantwortung und treten zurück? Wer bezahlt den Schaden,
denn es ist nicht hinnehmbar, dass die Bürger unserer Stadt dies zum
Beispiel in Form von immer weniger Mitteln für eine soziale Grundsicherung,
Renovierung von Schulen, Kindergärten oder Reparatur von Straßenschäden
erleiden müssen? Wer bereicherte sich bei diesem Geschäft? Wann
erfolgt der Beschluss des Rates, mit diesen Investoren, Oppenheim-Esch-Fonds,
keine Geschäfte mehr zu tätigen? (Pressespiegel zur
Dokumentation)
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17.10.2006
EU-Argumente in Messe-Affäre
-
Warum Köln ausschreiben
musste
Dem "Kölner Stadt-Anzeiger" liegen
Unterlagen darüber vor, wie EU-Juristen den Neubau der Hallen bewerten.
KSTA
/ ANDREAS DAMM UND DETLEF SCHMALENBERG / (Auszüge)
... Demnach werten die Brüsseler Juristen den Vertrag vom 6. August 2004
eben nicht als einen reinen Mietvertrag. Es gehe in erster Linie darum, Ausstellungshallen
nach bis ins Detail festgelegten Vorgaben der Stadt und deren Tochterunternehmen
Messe zu errichten. Die Vorstellungen der Stadt und der Messe sollen dem Vernehmen
nach auf Hunderten Seiten formuliert worden sein. Insgesamt gesehen hätten
die Bauleistungen den wesentlichen Teil der Vereinbarungen ausgemacht, urteilen
die EU-Experten. Deshalb handele es sich dem Sinn nach eindeutig um einen
öffentlichen Bauauftrag, den die Stadt hätte europaweit ausschreiben
müssen. Einzelheiten
des komplexen Geschäfts, mit denen die Kölner Stadtspitze den Verzicht
auf eine Ausschreibung begründet, halten die EU-Juristen nach ihrer Prüfung
für unerheblich. So ändere beispielsweise der Umstand, dass der
Esch-Fonds das Baugrundstück gekauft habe, im eigenen Namen und auf eigene
Rechnung habe bauen lassen, nichts an der Pflicht zur Ausschreibung. Auch
der Verwendungszweck der Gebäude sei nicht maßgeblich für
die vergaberechtliche Bewertung, heißt es bei Insidern in Brüssel.
Ausschlaggebend sei allein der Fakt, dass die Hallen nach den Plänen
des öffentlichen Auftraggebers Stadt Köln entstanden sind.
Verärgert reagierten die Mitarbeiter des Binnenmarkt-Kommissars Charlie
McCreevy auf das Verhalten der Bundesrepublik Deutschland. Obwohl ausdrücklich
dazu aufgefordert, habe die Bundesregierung der Kommission die Verträge
zunächst nicht übersandt. ... (mehr
im pressespiegel)
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13.10.2006
KÖLNER
MESSEHALLEN-AFFÄRE
Zeit zum Abtritt, Fritz Schramma!
taz NRW Nr. 8098 / PASCAL BEUCKER / Verführten
schlechte Berater oder die eigene Beratungsresitenz den Kölner Oberbürgermeister
Fritz Schramma zu der irrigen Annahme, dass eine öffentliche Ausschreibung
des Millionenprojekts neue Messehallen nicht erforderlich sei? War es Naivität
oder schlichte Dreistigkeit, die den Christdemokraten noch unlängst schwadronieren
ließ, die Domstadt könne der vergaberechtlichen Untersuchung der
EU-Kommission "zuversichtlich entgegenblicken"? Warnende Stimmen
hat es genug gegeben. Schramma hat sie allesamt standhaft ignoriert. Dafür
bekommt er nun von den europäischen Wettbewerbshütern die Quittung.
Bezahlen müssen werden sie allerdings die Bürgerinnen und Bürger.
Fritz Schramma sei
"ein braver Mann", urteilte kurz vor dessen Amtsantritt der inzwischen
verstorbene Soziologieprofessor Erwin K. Scheuch süffisant über
den gelernten Lateinlehrer. Auch über sechs Jahre später ist nicht
verifizierbar, ob diese Beurteilung zutreffend ist: Ist Schramma wirklich
nur seiner Aufgabe an der Stadtspitze nicht gewachsen? Die Umstände des
Messedeals mit dem Oppenheim-Esch-Fonds atmen jedenfalls den Geist jener Zeit,
von der die Kölnerinnen und Kölner hofften, sie hinter sich gelassen
zu haben.
Denn als sie 1999
erstmalig nach 43 Jahren sozialdemokratischer Herrschaft einen Christdemokraten
in das Oberbürgermeisteramt hievten, geschah dies aus gutem Grund: Nicht
länger sollte sich die Stadt zur Beute einiger mächtiger Strippenzieher
machen lassen; endlich sollte Schluss sein mit jenen zwielichtigen Geschäften,
die manche verniedlichend "kölscher Klüngel" nennen. Heute
lässt sich bilanzieren: Die Hoffnungen wurden bitter enttäuscht.
Mit den Gründen
dafür beschäftigt sich zur Zeit die Staatsanwaltschaft, mit den
Konsequenzen die EU-Kommission und bald der Europäische Gerichtshof.
Und was bleibt für Fritz Schramma? Zu erkennen, dass es Zeit ist, seinen
Platz im Rathaus zu räumen. Denn egal, ob ihm die Kraft oder der Wille
zum Politikwechsel fehlte: Auf dem Posten des Kölner Oberbürgermeisters
hat er sich als Fehlbesetzung erwiesen. (Pressespiegel
zur Dokumentation)
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12.10.2006
WDR-Punkt: Interview
mit Stadtkämmerer Soenius
WDR: In der Stellungnahme der EU-Kommission heisst
es, dass das Verfahren rechtsverletzend war.
Soenius: - mit Gründen versehen und daraufhin
wird die Bundesrepublik Deutschland die Gelegenheit bekommen, ihrerseits den
bisher bekannt gegebenen Rechtsstandpunkt, dass hier Vergaberecht nicht verletzt
worden ist, nochmals zu bekräftigen und zu vertiefen. Das ist der Sachverhalt.
WDR: Dennoch, Ihr Standpunkt nach wie vor, es
war alles okay - wie begründen Sie das?
Soenius: Das begründet sich ganz einfach
dadurch, dass wir es hier mit einem Mietvertrag zu tun haben.
WDR: Den die Stadt abgeschlossen hat.
Soenius: Den die Stadt als Zwischenmieter abgeschlossen
hat. Dieser Mietvertrag unterliegt nicht dem Vergaberecht.
WDR: Hört sich so an, als hätte die
Stadt Messehallen gesucht zur Miete und dann, was für ein Zufall, der
Esch-Oppenheim-Fonds baut grade welche, klasse, da springen wir ein als Mieter
- so war es ja nicht.
Soenius:Nein, so war es nicht; hier ist, das
Grundstück verkauft worden an einen Investor, der sich bereitgefunden
hat, diese Hallen, diese vier neuen Hallen in einer, sagen wir mal, sehr anspruchsvollen
Zeit zu bauen. Und das ist geschehen, ein ganz normaler Vorgang.
WDR: Was sagen Sie den Kölnern, die vielleicht
jetzt nicht alle juristischen Details dieses Falls verstehen, die aber das
Gefühl haben: "Hey, da wurde doch wieder geklüngelt, das geht
doch nicht mit rechten Dingen zu"? Es entsteht ja auch ein Imageverlust
für die Stadt, was sagen sie denen?
Soenius: Der Imagev